Müllstrudel im Pazifik größer als bisher angenommen

Forscher des „The Ocean clean Up“ Projekts stellten in ihrer neuen Studie fest, dass der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii sowohl größer ist als auch schneller wächst als bisher vermutet. Der Strudel, der sich über eine Fläche doppelt so groß wie Frankreich erstreckt, enthält etwa 80.000 Tonnen Plastik mit geschätzten 1,8 Billionen Einzelteilen.

Das Forscherteam hatte in den letzten drei Jahren mit Booten und Flugzeugen eine Karte des Gebiets erstellt und versucht herauszufinden, wie viel Plastik tatsächlich in dem Müllstrudel kreist, der durch die Meeresströmung des Pazifiks zusammengehalten wird.

Geht man nach Gewicht machen ausrangierte und kaputte Fischernetze den größten Teil des Plastikmülls aus. Das ist besonders gefährlich für Fische und Meeressäuger, die sich in den Netzen verheddern und sterben können. Bei der Zahl der Einzelteile überwiegt Mikroplastik (Kleinstplastikteilchen, die einen Durchmesser von weniger als fünf Millimeter haben). Auch Flaschen, Teller, Seile, Deckel, Verpackungsbänder, Spielzeug und sogar ein Toilettensitz wurden auf dem Meer treibend gefunden.

Plastik im Meer
Plastik im Meer

Ca. acht Millionen Tonnen Plastik gelangen durchschnittlich jedes Jahr ins Meer. Der Großteil sinkt auf den Meeresboden, der Rest wird an Strände angespült oder zirkuliert mit den Meeresströmungen zwischen den gigantischen Müllstrudeln. Plastik verrottet nicht, sondern wird in immer kleinere Teile zersetzt, die dann als Mikroplastik in das Nahrungsnetz gelangen können, indem sie zum Beispiel von kleinen Fischen gefressen werden.  

Ein aktueller Bericht der britischen Regierung gibt an, dass sich die Plastikmenge im Meer im nächsten Jahrzehnt sogar verdreifachen könnte. Letztes Jahr unterschrieben 200 Länder eine Resolution der UN, die die Plastikflut einschränken soll, doch das Dokument ist weder rechtlich noch zeitlich bindend. Auch die EU hat eine eigene Plastikstrategie vorgestellt. Unser Plastikkonsum und die Gesetzgebung der einzelnen Länder müssen sich nun schnellstmöglich verändern.

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Plastik