Japans Premierminister will kommerziellen Walfang wieder aufnehmen

Shinzo Abe, der japanische Premierminister, hat sich gestern für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs ausgesprochen. Erst vor wenigen Tagen hatten Regierungsvertreter Pläne für den Bau oder Kauf eines neuen Walfangfabrikschiffes bekräftigt.

Momentan umgeht Japan das internationale Verbot des kommerziellen Walfangs, indem es Wale unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung  tötet. Tatsächlich wurde diese Praxis jedoch von wissenschaftlichen Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC), dem internationalen Gerichtshof, dem Europaparlament und der IUCN scharf kritisiert. In der Tat landet der Großteil des Walfleischs aus diesen „wissenschaftlichen“ Jagden auf japanischen Märkten.

Am Mittwoch bestätigte Premierminister Abe, dass seine Regierung zu einer Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs stehe. Auf die Frage nach einem Kommentar zur politischen Linie der Nation, antwortete er im japanischen Parlament: „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen. Dazu gehört das nächste Treffen der IWC im September.“ Weiter sagte er, dass er „eine nachhaltige und wissenschaftlich verankerte Fortsetzung der traditionellen Nutzung von Walfleisch, Fett, und Barten in Japan begrüße – genauso wie es mit anderen Meeresressourcen geschehe.“

Japanischer Premierminister Shinzo Abe
Japanischer Premierminister Shinzo Abe

Die japanische Walfangflotte war im November in die Antarktis ausgelaufen, um dort im Namen der „Forschung“ bis nächsten März bis zu 333 antarktische Zwergwale zu töten.

Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das geplante Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan vor seinem Abschluss steht. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Äußerungen aus Japan wird WDC das Europäische Parlament weiter aufrufen, dem Abkommen nicht zu zustimmen, solange Japan weiter Wale jagt. Vor ein paar Wochen machte unsere Kampagne einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung, als Vertreter von WDC eingeladen wurden, im Petitionsausschuss des Parlaments zu sprechen.

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