EU und 12 weitere Staaten verurteilen Japans Walfang

Die Europäische Union spricht sich gemeinsam mit 12 weiteren Ländern in einer formellen Stellungnahme erneut gegen Japans Walfangprogramm in der Antarktis aus. Japans Argument, die Wale zu wissenschaftlichen Zwecken zu fangen, weisen die Staaten entschieden zurück.

Das Schreiben wurde neben den EU-Mitgliedsstaaten von Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Mexiko, Neuseeland, Panama, Peru und Uruguay unterzeichnet. Die Länder betonten, dass sie Japans “wissenschaftlichen Walfang” im Südpolarmeer verurteilen - insbesondere im antarktischen Walschutzgebiet, das von der Internationalen Walfangkommission (IWC) geschaffen wurde.

Japanische Walfänger
Japanische Walfänger

Die japanische Walfangflotte hatte den Hafen in Richtung Antarktis im November verlassen, um dort bis zu 333 antarktische Zwergwale zu töten. Bis März sollen die grausamen Jagden zu „Forschungszwecken“ andauern. Die Walfänger verwenden den Begriff des „wissenschaftlichen“ Walfangs jedoch nur, um das Verbot des kommerziellen Walfangs durch die IWC zu umgehen. Das Walfleisch wird anschließend in Japan verkauft.

Das wissenschaftliche Komitee der IWC stellt den Wert der Walfänge für die Wissenschaft in Frage. Die Jagden wurden außerdem von der Weltnaturschutzorganisation IUCN stark kritisiert. In der letzten Saison 2015/2016 töteten japanische Walfänger 333 Zwergwale, wobei mehr als 90% der erwachsenen Weibchen schwanger waren.

“Wir begrüßen diese internationale Stellungnahme natürlich sehr. Trotzdem fordern wir zusätzlichen wirtschaftlichen Druck, da Japan Statements wie diesem in der Vergangenheit leider wenig Beachtung geschenkt hat“, so WDC-Programmleiterin Astrid Fuchs.

Mehr als 270.000 Menschen unterzeichneten die WDC-Petition gegen ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, solange der Walfang andauert. Die EU könnte die Verhandlungen nutzen, um wirtschaftlichen Druck auf die Walfänger ausüben. Im Dezember durfte WDC hierzu vor dem EU-Petitionsausschuss sprechen.

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