Nordkaper in Gefahr

Am 23. Oktober 2017 wurde ein weiterer toter Nordkaper im US-Bundesstaat Massachusetts gefunden. Die Gründe für seinen Tod sind noch unklar, obwohl die Nekropsie-Berichte darauf hin deuten, dass der Mensch die größte Gefahr darstellt: Kollisionen mit Schiffen und Verfangen in Fischernetzen führen oft zum Tod.

Bereits 16 Wale dieser bedrohten Art sind in nur sechs Monaten tot aufgefunden worden, somit sind seit April drei Prozent der Population verstorben. Der letzte Todesfall wurde nur wenige Tage nach dem Treffen des North Atlantic Right Whale Consortium  bekannt gegeben. Wissenschaftler warnen, dass die Nordatlantischen Glattwale in 25 Jahren ausgestorben sein werden, wenn wir Schiffskollisionen und Beifang nicht signifikant reduzieren.

Dead North Atlantic right whale NOAA permit #18786
Dead North Atlantic right whale NOAA permit #18786

Die größte Zahl der Todesfälle (zwölf) wurde in kanadischen Gewässern gemeldet, vier weitere in US-Gewässern. Forscher der US Marine Mammal Commission gaben folgende Fakten bekannt:

  • Seit 2010 schrumpft die Population
  • Die Überlebenschancen für weibliche Nordkaper verringern sich schneller als für männliche Wale – es bleiben weniger Weibchen, die Babys bekommen können
  • Das Verfangen in Fischernetzen beeinflusst die Nachwuchsrate – dieses Jahr wurden nur fünf Babys geboren (im Jahr 2016 waren es 14).

Dennoch haben weder Canada’s Departement for Fisheries and Oceans (DFO), die US National Marine Fisheries Service (NMFS) noch die jeweiligen Behörden, die für den Schutz bedrohter Walarten zuständig sind, effiziente Maßnahmen vorgeschlagen, um das Massensterben zu beenden. Aktuell hat Kanadas Regierung für das Jahr 2018 lediglich eine verstärkte Überwachung geplant, um das Problem der Schiffskollisionen oder Verfangen in Fischernetzen anzugehen – kürzlich in Kraft getretene Maßnahmen sind nur temporär.

„Wir sind dankbar, dass weder Kapitäne noch Fischer die Nordkaper bewusst töten. Von der kanadischen oder amerikanischen Regierung kann ich das jedoch nicht behaupten“, so Regina Asmutis-Silvia, Geschäftsführerin vom WDC Büro in Nordamerika. „Mit der Forderung des DFO und NMFS nach weiteren Studien drücken sie sich nur vor der Verantwortung und unterschreiben somit das Todesurteil dieser Art.“

Mit einem speziellen Schutzprogramm setzt sich WDC für die Rettung der Nordatlantischen Glattwale ein. Unter anderem konnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung für große Schiffe in Teilen ihres Verbreitungsgebietes erreicht werden.

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