Am seidenen Faden: das Schicksal der Nordatlantischen Glattwale ist ohne bessere Schutzmaßnahmen so gut wie besiegelt

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Northern Right Wale

WDC und weitere Organisationen fordern einen besseren Schutz für Nordatlantische Glattwale durch die USA und Kanada. Es soll künftig verhindert werden, dass die stark gefährdeten Nordatlantischen Glattwale den grausamen Tod durch Verfangen in Fischernetzen erleiden. In ihren Briefen an die Kanadische Regierung und die US National Marine Fisheries Service fordern die Organisationen umgehend bessere Schutzmaßnahmen.

Die Nordatlantischen Glattwale gehören zu den weltweit stärksten gefährdeten Säugetieren; die Population zählt weniger als 500 Individuen. Allein dieses Jahr sind knapp drei Prozent von ihnen gestorben.

Die Organisationen heben hervor, dass die Fisheries Services gemäß dem Endangered Species Act und dem Marine Mammal Protection Act Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Die Forderungen wurden auf rechtlichem Weg eingereicht, sodass die Behörde 60 Tage Zeit hat zu reagieren, bevor eine Klage eingereicht werden kann.

Gefordert wird:

-          eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten für Schiffe im Sankt-Lorenz-Golf und in der Bay of Fundy Glattwale

-          eine Begrenzung der Schneekrabbenfallen

-          Schutzmaßnahmen gegen die zunehmende Gefahr des Beifangs

Seit April 2017 sind mindestens 14 Glattwale in Nordamerikanischen Gewässer gestorben. Die abschließenden Ergebnisse der Untersuchungen wurden noch nicht veröffentlicht, mit hoher Wahrscheinlichkeit geht man aber bereits heute davon aus, dass Fischernetze und Schiffskollisionen verantwortlich für den Tod der Wale sind. Neue Studien zeigen außerdem, dass die Population seit 2010 drastisch zurückgegangen ist und die Zahl der Wale, die sich in Fischernetzen verfangen so hoch ist, dass eine Stabilisierung der Population schwierig ist.

„Diese Saison wurden nur fünf Kälber geboren, das ist der tiefste Wert seit Jahren“, so Jane Davenport, von Defenders of Wildlife. „Studien zeigten, dass das Mitschleppen von schweren Fischernetzen und Tauen weibliche Wale daran hindern, erfolgreich Nachwuchs zu gebären.“ so Davenport weiter.

Durch das Verfangen in Fischernetzen sterben die Wale entweder durch Ertrinken, Verhungern oder sie erliegen nach einiger Zeit qualvoll ihren Verletzungen und Infektionen. Im Zeitraum von 2010 bis 2016 war das Verfangen in Fischernetzen in 85% der untersuchten Fälle die Todesursache.

Regina Asmutis-Silvia, Geschäftsführerin von Whale and Dolphin Conservation Nordamerika fasst die prekäre Situation noch einmal zusammen: “Das Klima verändert sich und somit der Lebensraum der Glattwale. Die existierenden Maßnahmen basieren auf veralteten Daten und müssen überarbeitet werden, damit sie auf den aktuellen Lebensraum angepasst werden können. Das alle muss passieren bevor es zu spät ist.