Hurrikan Irma: Wale & Delfine in der Karibik & Florida

Der Rekordsturm „Irma“ hat in den vergangenen Tagen große Schäden auf den Karibikinseln und nun auch im US-Bundesstaat Florida angerichtet. Betroffen waren beispielsweise Saint Martin, die Dominikanische Republik und Kuba – auf diesen Inseln befinden sich zahlreiche Delfinarien. Auch das Miami Seaquarium (in dem Orca Lolita gefangen gehalten wird) sowie SeaWorld Orlando waren von „Irma“ betroffen. Der ehemalige SeaWorld Trainer Jeffrey Ventre kritisierte, dass das Personal Lolita während des Sturms allein ließ, obwohl das Miami Seaquarium bereits wegen seiner Baufälligkeit kritisiert wurde (Quelle).

Orcas in Gefangenschaft
Orcas in Gefangenschaft

Trümmerteile stellen eine Gefahr dar, weil sie bei großer Windgeschwindigkeit in den Becken landen und die Meeressäuger verletzen könnten. SeaWorld Orlando gab bekannt, dass das Team die Sturmschäden derzeit beseitigt und alle Tiere unverletzt seien, bereits am Mittwoch soll das Delfinarium wieder für Besucher geöffnet werden. Auch das Miami Seaquarium veröffentlichte eine Meldung auf Facebook, in der bekannt gegeben wurde, dass Lolita und die anderen Tiere in der Einrichtung keine Verletzungen durch den Hurrikan erlitten haben (Quelle). Drohnenaufnahmen, die auf Twitter veröffentlicht wurden, weisen ebenfalls darauf hin, dass Lolita den Sturm überlebt hat (Quelle).

Fünf Große Tümmler im Alter von 13 bis 43 Jahren wurden vor dem Sturm von Duck Key zum SeaWorld Orlando transportiert. Die Florida Keys sind Medienberichten zufolge stark von „Irma“ getroffen worden und womöglich für längere Zeit unbewohnbar. Wann die fünf Großen Tümmler nach Duck Key zurückgebracht werden, ist bisher unklar. Vorerst bleiben sie im SeaWorld Orlando (Quelle).

„Für den Transport werden die Delfine mit Medikamenten ruhig gestellt. Vor Ort müssen sie sich außerdem an eine neue Umgebung gewöhnen und mit Delfinen zurechtkommen, die sie noch nicht kennen. Es kann dabei zu aggressivem Verhalten und in der Folge zu Verletzungen kommen. Selbst bei Delfinen, die über Jahre hinweg zusammengelebt haben, kann das passieren: drei Delfine aus deutschen Delfinarien mussten 2016 in andere Delfinarien umziehen, nachdem sie über Monate hinweg von ihren Gruppen isoliert wurden“, so WDC-Biologe David Pfender.

Laut Berichten von Ceta Base sind die Tiere auf Tortola (Britische Jungferninseln), Anguilla und St. Kitts nicht durch den Sturm verletzt worden. Auch in der Dominikanischen Republik sollen die Meeressäuger angeblich unverletzt sein, wobei jedoch das Gebäude beschädigt wurde (Quelle).

Sechs Große Tümmler wurden bereits vor dem Hurrikan aus einem Delfinarium auf der Insel Cayo Guillermo nach Cienfuegos auf Kuba transportiert. Die Delfine wurden bereits zum zweiten Mal mit einem Hubschrauber wegen eines drohenden Sturms aus der Gefahrenzone gebracht. Ein solcher Transport birgt neben Stress auch physische Risiken für die Tümmler: es gilt die optimale Versorgung mit Wasser zu gewährleisten sowie Temperaturschwankungen zu verhindern.