Bald kein Walfang mehr in Island?

Ist ein Ende des Walfangs in Island in Sicht? Diese Möglichkeit scheint seit letzter Woche zumindest wahrscheinlicher. Die neue Fischereiministerin, Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir, hat angedeutet, sie wolle die Position zum Walfang überdenken.

“Wir müssen diese Debatte führen”, sagte Ministerin Gunnarsdottir bei einem Termin zur Übergabe einer gemeinsamen Petition des Isländischen Tourismusverbands, des Stadtrats von Reykjavik und der Walbeobachtungsanbieter. Über 7.000 Menschen unterstützen das Anliegen, die isländische Faxaflói-Bucht in ein offizielles Walschutzgebiet zu verwandeln, in dem nur Walbeobachtung, aber kein Walfang mehr erlaubt ist.

Die Ministerin sagte weiterhin, sie habe Verständnis für die Idee hinter der Petition und würde das Anliegen ernsthaft in Erwägung ziehen. Überraschenderweise fügte sie hinzu: “Es ist ziemlich offensichtlich, dass wir langfristig nicht die gegenwärtige Position zum Walfang beibehalten werden.”

Finnwalspeck in Island
Finnwalspeck in Island

Isländische Walfänger haben seit dem späten 19. Jahrhundert über 35.000 Wale brutal geschlachtet. Das Land weigert sich, das Walfangvebot der Internationalen Walfangkommission IWC anzuerkennen. Aktuell gibt es Fangquoten für bedrohte Finnwale (vor allem für den Export) sowie Zwergwale. Während der Finnwalfang bereits das zweite Jahr in Folge ausgesetzt wurde, werden die Zwergwale weiterhin für den inländischen Markt getötet. Ein Großteil des Fleisches wird von Touristen konsumiert.

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