Sri Lanka: Fischer wegen Delfin-Beifang verhaftet

Im Hafenbecken von Trincomalee im Nordosten Sri Lankas starben zwölf Delfine, nachdem sie sich in einem Netz verfangen hatten. Ein erschütterndes Video eines Beobachters zeigte, dass manche der Delfine noch lebendig waren, als man die Netze einholte.

Ein Biologe identifizierte sie als Ostpazifische Delfine – diese Art ist bei Walbeobachtungstouren in Sri Lanka häufig zu sehen. Alle Meeressäugetiere sind in Sri Lanka per Gesetz geschützt. Dies hat zur Folge, dass neun einheimische Fischer verhaftet wurden und sich derzeit im Gefängnis befinden. Die Fischer behaupten, dass sie erst viel zu spät gemerkt hätten, dass sich Delfine in den Netzen verfangen hatten.

Es handelte sich um Netze, die von Land aus eingeholt werden. Die verhafteten Fischer hatten die notwendigen Lizenzen – die Verwendung dieser speziellen Netze ist in Sri Lanka legal. Allerdings gibt es berechtigte Bedenken, weil in der Region jedes Jahr Hunderte von Delfinen in Fischernetzen als Beifang sterben.

WDC sind Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2015 bekannt, bei denen Dutzende von Ostpazifischen Delfinen an den Folgen illegaler Fischereimethoden starben. Damals wurden Dynamit und Ringwadennetze eingesetzt. Die Vorfälle ereigneten sich in Kalpitiya im Nordwesten der Insel.

Ostpazifische Delfine
Ostpazifische Delfine

Das Problem ist leider seit vielen Jahren bekannt. Die Einführung von Fischernetzen aus Nylon in den 1960iger Jahren führte zu einem Anstieg der Beifänge und tötete jedes Jahr tausende Delfine in Sri Lankischen Gewässern. Durch die Beifänge war eine große Menge Delfinfleisch als Köder für den Fang von Haien verfügbar, aber es wurde auch von Menschen verzehrt.

In einigen Regionen, hat die Nachfrage nach Delfinfleisch einige Fischer in Versuchung gebracht, ganz bewusst Delfine zu jagen um damit ihr Einkommen aufzustocken. Obwohl Wale und Delfine seit 1993 in den Gewässern Sri Lankas unter Schutz stehen, sterben immer noch viele Meeressäuger (sowohl unbeabsichtigt als auch beabsichtigt). Es bedarf also dringend einer Überprüfung der Fischereitechniken.