Meeresschutzgebiete weiter in Gefahr

Nach jahrelangem Ringen hinter den Kulissen hat das deutsche Umwelt- und Landwirtschaftsministerium kürzlich seine geplanten Fischereimaßnahmen für die Natura -2000-Schutzgebiete vorgelegt. Doch die vorgeschlagenen Maßnahmen für die Regulierung der Fischerei in den deutschen Meeresschutzgebieten gehen nicht weit genug. Nicht nur dass die Schutzgebiete in der gesamten Ostsee mit keinem Wort bedacht wurden – der vorgelegte Maßnahmenkatalog behandelt lediglich die Nordsee-Schutzgebiete in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AZW) – die geplanten Schutzmaßnahmen erlauben unteranderem auch Meeresboden schädigende Grundschleppnetze oder Stellnetze und sensible Gebiete wie das östlichen Sylter Außenriff werden nicht ausreichend geschützt und bleiben offen für zerstörerische Fischereimethoden wie die Krabbenfischerei.

Harbour Porpoise
Harbour Porpoise

Der von der deutschen Regierung erarbeitete Katalog der Fischereimaßnahmen wird an die EU-Kommission und jene EU-Mitgliedsländer verschickt, die in der deutschen Nordsee fischen. Dazu gehören Dänemark, die Niederlande, Großbritannien, Belgien und Frankreich. Auch diese Länder müssen den Vorschlägen zustimmen. Erst dann können die Maßnahmen in Deutschland umgesetzt werden. Eine weitere Aufweichung der ohnehin schon viel zu laschen Maßnahmen ist damit zu befürchten.

WDC appelliert daher in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den Umweltverbänden BUND, Deepwave, DNR, DUH, Greenpeace, NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF an den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und die Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die einzige in Deutschland heimische Walart – den Schweinswal – nicht im Stich zu lassen und sich für WIRKSAMEN Meeresschutz stark zu machen.