Seismische Untersuchungen in Portugal gefährden Wale und Delfine

Die Küste der Algarve ist Lebensraum für viele Meereslebewesen. Unzählige Wal- und Delfinarten finden sich hier – unter ihnen zum Beispiel Zwergwale und Orcas. Aber auch Blauhaie sowie eine große Anzahl an Fischen, Meeresschildkröten und Seevögel sind dort beheimatet. Neben der großen Bedeutung als Lebensraum ist die Region auch wirtschaftlich relevant. Tourismus und vor allem die Fischerei sind wichtige Einkommensquellen für die Bevölkerung. 

Allerdings droht der Region nun Gefahr, denn es sind seismische Untersuchungen zur Auffindung von Gas- und Ölvorkommen in der Nähe der Küste geplant. Bei diesen Untersuchungen wird ein immenser Unterwasserlärm produziert, der beim Einsatz sogenannter „airguns“ entsteht. Teilweise werden die Untersuchungen mit bis zu 40 airguns gleichzeitig durchgeführt, 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche.

Aufgrund der schwindenden Gas- und Ölvorkommen dringen die Ölkonzerne immer weiter in die Lebensräume der Meeresbewohner vor. Der Unterwasserlärm hat nachweislich auf mindestens 55 marine Arten eine zerstörerische Wirkung, darunter Meeressäuge und viele Fischarten. Sie tragen starke Gesundheitsschäden durch die sich ständig wiederholenden Impulse davon. Als Konsequenz ist auch die Fischerei in der Region betroffen. 

WDC und andere Organisationen sind beunruhigt, dass es bisher noch keine offizielle Stellungnahme zu den Auswirkungen auf die Umwelt durch die geplanten seismischen Aktivitäten gibt. Wir haben uns deshalb gemeinsam mit anderen Organisationen in einem Protestbrief an die portugiesische Regierung gewendet. Darin bitten wir sie, eine Entscheidung für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Meeren zu treffen.

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