Erneut zwei Orcas in Russland gefangen!

Die Wildfänge von Schwertwalen in Russland nehmen kein Ende. Erst Mitte August hatten wir berichtet, dass zwei Orcas im Osten Russlands illegal gefangen wurden. Nun wurden laut Informationen von WDC-Experte Erich Hoyt und Wissenschaftlern des Far East Russian Orca Project (FEROP) zwei weitere Individuen ihren Familiengruppen entrissen. Die beiden zuerst gefangenen Orcas wurden bereits nach China transportiert, wo ihnen ein Schicksal in einem der zahlreichen Delfinarien bevorsteht.

Erst nach dem Fang der ersten beiden Schwertwale war von der russischen Fischereibehörde die offizielle Fangquote für Orcas in russischen Gewässern für diese Saison bekannt gegeben worden. Wie auch im letzten Jahr dürfen wieder 10 Schwertwale gefangen werden.

„Illegal oder nicht, das sind sehr schlechte Nachrichten. Diese Fangquoten werden vergeben und genutzt, obwohl die Orca-Populationen vor Ort bisher nicht ausreichend erforscht wurden und Wissenschaftler dringend von Wildfängen abraten. Es wird einfach ignoriert, dass sich weltweit immer mehr Menschen dagegen aussprechen, Familiengruppen auseinander zu reißen und einzelne Mitglieder zu Unterhaltungszwecken in Gefangenschaft zu halten schreibt Erich Hoyt in seinem Blog.

WDC hat nun bei den zuständigen Behörden in Russland offizielle Daten und Belege zu den Fängen angefordert: Größe und Zusammensetzung der Gruppen, denen die Tiere entnommen wurden, Geschlecht und Größe der gefangenen und eventuell getöteten Schwertwale, Ort und Datum der Fangaktionen sowie Fotos der Rückenflossen aller Mitglieder der involvierten Gruppen zur Identifikation und weiteren Erforschung. Zusätzlich zur Bereitstellung dieser grundlegenden Informationen sollte die Fischereibehörde jedoch erst einmal prüfen, ob überhaupt eine genehmigte Fangerlaubnis vorlag. 

Narnia - captured orca in Russia

Das Foto zeigt Orca-Weibchen Narnia, die im August 2012 gefangen wurde. Im Jahr 2013 wurden weitere 6 Schwertwale in russischen Gewässern gefangen, mindestens zwei von ihnen sind mittlerweile in China.