SeaWorld verliert Berufungsverfahren

Der Konzern SeaWorld Parks & Entertainment musste eine weitere Niederlage vor Gericht hinnehmen. Am Freitag, dem 11. April 2014, entschied das Bundesberufungsgericht in Washington D.C., dass die 2010 gegen SeaWorld verhängten Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden müssen.

Die US-amerikanische Behörde für Sicherheit am Arbeitsplatz (Occupational Safety and Health Administration OSHA) hatte nach dem Tod von Orca-Trainerin Dawn Brancheau 2010 eine 6-monatige Untersuchung bei SeaWorld vorgenommen und war zu dem Schluss gekommen, dass SeaWorld seine Mitarbeiter durch den direkten Kontakt mit Schwertwalen in Gefahr bringt. Die Behörde verhängte eine Geldstrafe gegen das Unternehmen und SeaWorld wurde aufgefordert, unter anderem Sicherheitsbarrieren  zwischen Orcas und Trainer zu installieren. Deshalb musste SeaWorld seine Shows grundlegend umgestalten und durfte das Kernstück der bisherigen Orca-Shows, die  sogenannten "Water Work" Szenen, in denen die Trainer mit den Schwertwalen im Wasser sind und Kunststücke vorführen, nicht mehr zeigen. SeaWorld legte Berufung ein, verlor nun aber bereits zum zweiten Mal. Die einzige Möglichkeit für das Unternehmen nun: ein weiteres Berufungsverfahren beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court).

Noch immer findet direkter Kontakt zwischen Trainern und Orcas statt

Bereits nach dem tragischen Tod von Dawn Brancheau im Februar 2010 hatte SeaWorld zwar die direkte Interaktion von Trainern und Schwertwalen in den Becken eingestellt, jedoch konnten weiterhin direkte Kontakte zwischen den Orcas und ihren Trainern ohne die von der Sicherheitsbehörde OSHA vorgeschriebenen Barrieren beobachtet werden.

In einer schriftlichen Erklärung von SeaWorld heißt es, man sei „sichtlich enttäuscht“ von der Entscheidung des Gerichts. Eine Entscheidung, ob ein weiteres Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof angestrebt werde, stehe aber noch nicht fest.

Wir glauben, dass es für diesen scheinbar unendlichen Rechtsstreit zwischen den staatlichen Sicherheitsbehörden und dem Riesen der Gefangenschaftsindustrie, SeaWorld Parks & Entertainments, nur eine Lösung gibt: SeaWorld muss einlenken und einsehen, dass diese faszinierenden, sozial hochentwickelten Geschöpfe nicht Spielfiguren für unsere Unterhaltung sind und dass es ethisch und moralisch nicht vertretbar ist, sie lebenslang in Betonbecken einzusperren.

„Wenn SeaWorld klug wäre und die Zeichen der Zeit erkennen würde, dann würde es sich anpassen. SeaWorld würden daran arbeiten, das Programm in wahrhaftige Schutz- und Bildungsmaßnahmen umzuformen, in dem sie zustimmten, keine Tiere aus freier Wildbahn zu erwerben, die Zucht in Gefangenschaft einstellten und für die Individuen, bei denen es möglich ist, Lösungen für ein Leben in einem natürlicheren Lebensraum suchten, während der Fokus ihrer Attraktionen weg ginge von Shows mit Walen und Delfinen“, so Courtney Vail, Kampagnen-Managerin von WDC.

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