Der Blackfish-Effekt

Der Dokumentarfilm BLACKFISH, der einen Blick hinter die Kulissen der Marinepark-Industrie wirft und die Geschehnisse rund um den Orca-Bullen Tilikum thematisiert, sorgt weiter für Schlagzeilen, vor allem in den USA. Zeitungen und Fernsehsender berichten vom „Blackfish-Effekt“: Bands und Künstler sagen ihre Auftritte beim alljährlich im SeaWorld-Park in Orlando, Florida, stattfindenden „Bands, Brew & BBC“-Festival ab, Musiker untersagen SeaWorld, ihre Songs in den Shows einzusetzen, Schüler sprechen sich in Videos gegen die Haltung von Orcas in Gefangenschaft aus und – Blackfish-Effekt oder nicht? – die Blackstone-Unternehmensgruppe verkauft die Mehrheit ihrer SeaWorld Aktien.

Nicht mit meiner Stimme

Die US-amerikanische Rocksängerin und Gitarristin Joan Jett schrieb am 11. Dezember in einem Brief an SeaWorld-Präsident Jim Atchison: „Ich war überrascht und verärgert als ich auf Youtube sah, dass SeaWorld „I love Rock `n Roll“ als Eröffnungsmusik für seine grausame Show „Shamu Rocks“ verwendet. Ich gehöre zu den Millionen, die BLACKFISH gesehen haben und ich bin entsetzt, dass meine Musik ohne meine Erlaubnis auf geräuschempfindliche Meeressäuger losgelassen wird.“. Ein SeaWorld-Sprecher sagte, dass obwohl die Lizenz für den Song offiziell erworben wurde, dieser zukünftig nicht mehr in den Shows verwendet werde. Im August 2012 hatte bereits Tommy Lee SeaWorld untersagt, Songs seiner Band Motley Crue in der „Shamu Rocks“ Show zu verwenden. Der ehemalige Sänger der Band Savage Garden, Darren Hayes, schrieb auf Twitter: „Ich bin ein Befürworter des Films BLACKFISH und hatte keine Ahnung, dass unser Song „The Animal Song“ für SeaWorld-Shows verwendet wird. Aber ich habe meinem Verleger geschrieben“. Edgar Winter, in den 70-Jahren mit seiner Band „The Edgar Winter Group“ erfolgreich, schrieb auf seiner Facebook-Seite über die Verwendung seines Songs “Free Ride” in SeaWorlds Orca-Show: “An alle, die uns geschrieben haben und auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass SeaWorld “Free Ride” in den Orca-Shows verwendet: Danke, dass ihr uns unsere Aufmerksamkeit hierauf gelenkt habt. ... Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, dass dies aufhört.“ In einem Brief an SeaWorld, der auch auf Facebook geteilt wurde, schrieben Monique und Edgar Winter unter anderem: „Der Gedanke, dass diese wunderbaren und intelligenten Säugetiere in kleinen Becken gefangen gehalten und dazu gezwungen werden, Tricks vorzuführen, erfüllt unsere Herzen mit Kummer, Schamgefühl und Trauer. Die Idee hinter dem Song „Free Ride“ ist Freiheit und genau derer werden diese edlen und sensiblen Tiere beraubt“

Die Jugend für die Freiheit der Orcas

Krisen-Kommunikations-Experte David Johnson sagt in einem Artikel auf CNN: „Während SeaWorld ohne Künstler auskommen kann, sind viel gesehene Bilder von Kindern, die Ausflüge in die Parks ablehnen, weit ärgerlicher“ und fügt hinzu: „Das ist wirklich schädlich“.

Die 10-jährige Kirra Kotler, Schülerin der Point Dume Marine Science Elementary School in Malibu, Kalifornien, ist eines dieser Kinder. Sie setzte sich dafür ein, dass der bereits seit Jahren stattfindende jährliche Schulausflug mit Übernachtung statt in den SeaWorld Park Kalifornien fortan an ein anderes Ziel führen sollte. Nach dem Kirra BLACKFISH gesehen hatte verkündete sie sofort “Ich möchte nie wieder zu SeaWorld gehen”. SeaWorld gab bekannt, dass die Absage der Point Dume Marine Science Elementary School die einzige Absage eines Schülercamps war. Man fragt sich, ob das so bleibt...

Der fünfjährige Cash aus den USA schlich sich ins Wohnzimmer, als seine Eltern gerade BLACKFISH sahen. Er bekam ein paar Minuten des Films mit und nach einem Gespräch mit den Eltern durfte er den ganzen Film sehen. Danach entstand ein berührendes Video in dem Cash sich mit voller Überzeugung gegen die Gefangenschaftshaltung von Orcas ausspricht. Sein Wunsch: dass an seinem sechsten Geburtstag, dem 22. Dezember 2013, niemand SeaWorld besucht. 

Die Schüler der Point Loma High School drehten ein Video: sie bedanken sich erst bei SeaWorld für die „wunderbaren Erinnerungen“ wie die Shamu-Show, Dolphin Point und die niedlichen Stofftiere. „Aber nach dem wir BLACKFISH auf CNN gesehen haben“, sagen die Schüler im Video „... wurden all die besonderen Erinnerungen wertlos. „Stimmt es, dass die Orcas in euren Anlagen ihren Familien entrissen wurden?“, „Stimmt es, dass ihre Lebenserwartung in Gefangenschaft verkürzt ist?“, „Ist es wahr, dass es in euren Parks zahlreiche Angriffe auf Trainer gab?“ fragen die Schüler SeaWorld. Und bis diese Fragen beantwortet sind, werden sie keine weiteren Eintrittskarten kaufen. Zum Schluss fordern die Schüler SeaWorld auf, ihr Geschäftsmodell zu ändern und aufzuhören, Tiere als Unterhaltung zu benutzen.

BLACKFISH hat also bereits viel bewegt und mit Ihrer Unterstützung können wir noch mehr bewegen. Denn wenn wir alle keine Delfinarien mehr besuchen, wenn wir unsere Verwandten, Bekannten und Kinder dazu auffordern keine Delfinarien mehr zu besuchen, dann können wir dieser Industrie, die Orcas und Delfine in Gefangenschaft hält, um mit unseren Eintrittskarten Geld zu verdienen, ein Ende setzen.

Hier geht es weiter zu Blackfish Effekt, Teil II