Orca „Morgan“ bleibt in Gefangenschaft

Am 13. Dezember 2012 wurde im Gerichtsgebäude am Parnassusweg in Amsterdam die Entscheidung der drei Richter bekannt gegeben, die aufgrund der 8-stündigen Anhörung am 1. November  gefallen war. Die linke Seite des Gerichtssaals, die „Free Morgan Seite“, war bis auf den letzten Platz besetzt, auch Orca-Expertin und Sachverständige der Free Morgan Foundation Dr. Ingrid Visser aus Neuseeland war anwesend.

In den Tagen vor der Urteilsverkündung war Frau Dr. Visser erneut im Loro Parque, um Morgan dort zu beobachten. Sie stellte fest, dass sich der Zustand des jungen Orca-Weibchens nicht gebessert hatte, obwohl der Park von ihr und weiteren Experten auf die Probleme aufmerksam gemacht worden war, die Morgan offenkundig dort hat. Bereits bei der Anhörung am 1. November (hier finden Sie einen Bericht von dieser Anhörung) hatte Dr. Visser Fakten vorgelegt, dass Morgan im Loro Parque von den anderen Orcas gerammt und gebissen wird, trotz ihres jungen Alters mit dem sexuell aktiven Männchen Keto in einem Becken gehalten wird und mittlerweile besorgniserregendes stereotypisches Verhalten an den Tag legt (Kauen am Beton des Beckens und absichtliches Anschlagen des Kopfes am Beckenrand).

Dieser Beobachtungen ungeachtet traf das Gericht aber die Entscheidung, dass Morgan im Loro Parque verbleiben soll. Zur Begründung führte der Richter unter anderem an, dass der Loro Parque als Zoo der EU-Zoo-Richtlinie unterliege und somit einen Bildungs-und Forschungsauftrag erfülle. Dies wurde als gegeben erachtet, obwohl WDC und auch andere Organisationen bereits seit Jahren darauf aufmerksam machen, dass genau diese Zoo-Richtlinie von den Delfinarien nicht eingehalten wird. Hier finden Sie einen Bericht zur Thematik, herausgegeben im Jahr 2011 von WDC und der Bornfree Foundation.

Rob Lott, Bereichsleiter zum Thema Gefangenschaftshaltung bei WDC und Mitglied im Expertenrat der Free Morgan Foundation, kommentiert die Entscheidung wie folgt: „Ein herzzerreißender Ausgang. Morgan wurde damit zu einem kurzen, armseligen Leben in der problematischsten Gruppe von gefangenen Orcas weltweit verurteilt. Alles im Namen von Profit und Unterhaltung. Wirklich ein trauriger Tag!“

Dr. Ingrid Visser sagt der Gefangenschaftshaltung und der damit verbundenen Industrie einmal mehr den Kampf an: „Das ist eine Farce, eine empörende Ungerechtigkeit, die sich hier auf Kosten von Morgan abspielt. Aber diese Entscheidung ist nur zusätzlicher Treibstoff für den Kampf gegen Unterhaltungs-Unternehmen, die Tiere missbrauchen, um Geld zu machen. Ich werde nicht zulassen, dass Morgans Schicksal von dieser Entscheidung besiegelt wird. Ich werde vor Gericht in Spanien für ausgleichende Gerechtigkeit kämpfen und Loro Parque für ihre seine Grausamkeit gegen Morgan zur Rechenschaft ziehen. Ihr Verhalten zeigt klar, dass sie unglücklich und gestresst ist und der Grund dafür sind die anderen Orcas, die sie angreifen und verfolgen. Morgan wird nicht von der Bildfläche verschwinden aufgrund dieser Entscheidung. Im Gegenteil: Sie ist das Paradebeispiel dafür, was im Geschäft mit gefangenen Meeressäugern alles falsch läuft.“

Am 28. Dezember 2012 erschienen auf der Webseite der Free Morgan Foundation Fotos mit neuen Verletzungen auf dem Körper des jungen Schwertwal-Weibchens, die am 22. Dezember 2012 gemacht und der Free Morgan Foundation anonym, aber mit Erlaubnis zur Veröffentlichung, zugeschickt wurden.

Wir werden Sie weiterhin über das Schicksal von Morgan auf dem Laufenden halten. Mehr als 172.500 Menschen haben bereits die Petition für Morgan’s Freilassung auf www.change.org unterschrieben. Geben auch Sie Morgan hier bei change.org Ihre Stimme!