Näher an Realität als an Fiktion: „Der Geschmack von Rost und Knochen“

“Der Geschmack von Rost und Knochen” (engl. “Rust and Bone”) ist eine Adaption von “Rocket Ride”, einer Kurzgeschichte aus dem gleichnamigen, 2005 erschienenen Sammelband „Rost und Knochen“ von Craig Davidson.
In dieser Geschichte verliert ein junger Mann eines seiner Beine an einen Orca, mit dem er zusammen aufgetreten war. Danach sucht er Hilfe in einer Gesprächsgruppe und anderen Therapien, um wieder zurück ins Leben zu finden. Die Handlung von „Rost und Knochen“ ist der Realität leider viel näher als der Fiktion, denn sie erinnert an die unzähligen Risiken, die die Haltung dieser hoch sozialen Meeressäuger in Gefangenschaft birgt.  

Im Kinofilm "Der Geschmack von Rost und Knochen", der im Januar in die deutschen Kinos kommt, ist die Hauptfigur eine junge Orca-Trainerin, die ihre Beine während eines schrecklichen Unfalls mit den Orcas verliert. Gedreht wurde in Marineland Antibes (Frankreich), einem Aquapark, der fünf Orcas hält, einer von ihnen ist ein isländischer Wildfang aus dem Jahr 1982. Ein anderer Orca aus Marineland, Shouka, lebt derzeit isoliert und allein im Six Flags Discovery Kingdom in Vallejo, Kalifornien, USA.

Wir erwarten, dass dieser Film von der Öffentlichkeit sehr emotional aufgenommen werden und an die tragischen Todesfälle der Trainer Dawn Brancheau und Alexis Martinez vor nur wenigen Jahren erinnern wird. Beide Trainer wurden von Orcas getötet, mit denen sie im SeaWorld-Park in Florida, USA, und im Loro Parque, Teneriffa, Spanien, gearbeitet hatten. Zwischen den beiden Todesfällen lagen nur wenige Monate.

Solche tragischen Ereignisse erinnern daran, dass Orcas wildlebende, starke und oftmals unberechenbare Tiere sind. Ernsthafte Verletzungen sind nicht ungewöhnlich unter Trainern, die mit in Gefangenschaft lebenden Orcas im Pool arbeiten.

Diese Tiere sind grundsätzlich ungeeignet, um in Gefangenschaft gehalten zu werden. Sie selbst leiden dort unter Stress, ziehen sich Verletzungen zu und haben eine stark reduzierte Lebenserwartung.
Ob beabsichtigt oder nicht, dieser Film wird die ungemütliche Wirklichkeit der Haltung und des Ausbeutens von Delfinen in Gefangenschaft zu unserer Belustigung weiter in den Blick der Öffentlichkeit rücken.

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