WDCS-Umfrage belegt: US-Amerikaner lehnen Haltung von Orcas in Gefangenschaft ab

Eine unabhängige Umfrage, die gemeinsam von der WDCS und der Humane Society in den USA und dem Animal Welfare Institute (AWI) in Auftrag gegeben wurde, liefert deutliche Ergebnisse:

Die erste Meinungsumfrage zur Haltung von Orcas in Gefangenschaft in der US-Geschichte zeigt, dass die Zahl der US-Bürger, die Gefangenschaftshaltung ablehnen, doppelt so hoch ist wie die der Amerikaner, die diese Industrie unterstützen.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass US-Bürger vor allem die Auswirkungen von Wildfängen für Delfinarien besorgniserregend finden. Die Umfrage zeigt nicht nur, dass die Öffentlichkeit die Zurschaustellung von Orcas ablehnt, sondern auch, dass die imposanten Schwertwale nicht der primäre Grund für einen Besuch der entsprechenden Marineparks sind. 71% der Befragten gaben an, weiterhin Aquarien und Marineparks besuchen zu wollen, auch wenn diese keine Orcas mehr zeigten. Weitere 14% schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Besuchs sogar höher ein, würden keine Orcas mehr zur Schau gestellt.

Über 80% der Befragten waren der Meinung, dass die Unmöglichkeit, natürliches Verhalten auszuleben, sowie die gesundheitlichen Folgen der Gefangenschaftshaltung in kleinen Becken ausreichende Gründe für ein Ende der Haltung von Orcas darstellen.

Die Umfrage folgte auf das lang erwartete Gerichtsurteil im Streitfall zwischen SeaWorld und der Arbeitsschutzbehörde OSHA in den USA, das SeaWorld für schuldig befand, seine Trainer bewusst Risiken bei der Arbeit mit den Tieren im Wasser ausgesetzt zu haben und den Konzern daraufhin zu einer Strafzahlung verurteilte. Das Gerichtsverfahren folgte auf eine Untersuchung der Todesumstände der SeaWorld Orca-Trainerin Dawn Brancheau, die im Februar 2010 in einen tödlichen Zwischenfall mit einem Orcaverwickelt war.

Courtney Vail, Kampagnenleiterin der WDCS, folgert aus den Ergebnissen der Umfrage und der Gerichtsentscheidung:
“Im Lichte der aktuellen Gerichtsverfahren, die die Haltung von diesen Tieren in Gefangenschaft in Frage stellen, sind wir überzeugt, dass es an der Zeit war, die Öffentlichkeit um ihre Meinung zur Gefangenschaftshaltung zu bitten. Ich denke, die US-Amerikaner wagen zunehmend den Blick hinter die Kulissen der glitzernden Showwelt – und was sie sehen, entzaubert sie völlig. Die Realität ist in der Tat abscheulich.“

Die WDCS setzt sich für eine striktere Regulierung der Gefangenschaftsindustrie in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt ein. Mit Kampagnen gegen Wildfänge, Handel und Haltung arbeiten wir auf ein Ende der Haltung von Waltieren in Gefangenschaft weltweit hin.

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