Gerichtsverhandlung gegen SeaWorld geht in die 2. Runde

Seit 15. November wird die Gerichtsverhandlung zwischen SeaWorld und der US-Behörde für Arbeitsschutz in Florida, USA, fortgesetzt. SeaWorld fechtet in dieser Woche weiterhin die Spruchpraxis und Strafe der Behörde vom August 2010 an. Der Marinepark wurde öffentlich wegen absichtlichen Verstößen gegen Sicherheitsauflagen gerügt, nachdem eine Trainerin im Februar 2010 von einem Orca getötet wurde.

Öffentlicher Tadel für SeaWorld

Die Behörde für Sicherheit und Wohlergehen am Arbeitsplatz (Occupational Safety and Health Administration OSHA) hatte SeaWorld nach dem tödlichen Unfall auf Grund einer „absichtlichen Verletzung von Sicherheitsstandards“ auf’s Schärfste getadelt und das Unternehmen mit einer Strafe von 75.000 US-Dollar belegt sowie sechsmonatige Untersuchungen des Todes von Trainerin Dawn Brancheau angestrengt.

SeaWorld gibt sich von eigenen Sicherheitsmaßnahmen überzeugt

Informationen der WDCS zufolge bemühte sich der Konzern in der ersten Verhandlungswoche im September 2011, das Training und seine Sicherheitsmaßnahmen als “bombensicher” darzustellen – trotz Zwischenfällen mit Trainern und Orcas, Verletzungen und Todesfällen.
SeaWorlds Strategie, OSHAs Verurteilung als unangemessen (in Bezug auf dessen empfohlene Schadensminderungsmaßnahmen) und inkonsistent (sich nur auf Shows und nicht alle Trainer-Orca-Interaktionen beziehend) darzustellen, scheint inmitten des zunehmenden Beweismaterials der OSHA-Anwälte und der anhaltenden Kritik an den Orca-Shows des Konzerns fehlgeschlagen.

Orca-Programm weltweit in der Kritik

SeaWorld und die Behandlung seiner Orcas und Trainer hat weltweite Aufmerksamkeit erregt. Jede weitere Information, die in Folge der Anhörung zutage tritt, ist erstaunlich.
Das 2012 erscheinende Buch „Death at SeaWorld:  Shamu and the dark side of killer whales in captivity“ des New York Times Journalisten David Kirby wurde schon jetzt für einen renommierten Journalisten-Preis 2012 nominiert, der von der Journalistenschule von Columbia, USA, vergeben wird.

Umfangreiche Expansionspläne

Erst vor Kurzem gab der SeaWorld-Konzern seine bisher umfangreichsten Expansionspläne in der Unternehmensgeschichte bekannt. Die WDCS hält dies für eine Reaktion auf den ansteigenden öffentlichen Druck in Zusammenhang mit der Unsicherheit bezüglich der Orca-Programme des Parks. Die Bekanntmachung deutet zudem darauf hin, dass SeaWorld sich darauf vorbereitet, seine Trainer wieder mit den Orcas im Wasser interagieren zu lassen.

“Die Ereignisse dieser Woche könnten über die Zukunft der Orca-Programme SeaWorlds entscheiden”, so Courtney Vail, Experten für Gefangenschaftshaltung und Campaignerin bei der WDCS.

Bitte besuchen Sie keine Marineparks, deren Profit vom Leiden eingesperrter Orcas abhängig ist.

Die WDCS setzt sich für ein Ende der unnötigen Fänge und der Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen auf der ganzen Welt ein.

>> Blicken Sie hier hinter die Kulissen der Orca-Shows.