Gericht entscheidet: Orca Morgan bleibt in Gefangenschaft

Die WDCS ist erschüttert zu erfahren, dass ein Gericht in den Niederlanden entschieden hat, das junge Orca-Weibchen Morgan - seit ihrer Rettung aus dem Wattenmeer im Juni 2010 im Delfinarium Harderwijk - von den Niederlanden in das Delfinarium des Loro Parques nach Spanien auf den Kanarischen Inseln transportiert werden soll.

Show anstatt Freiheit

Trotz überwältigender wissenschaftlicher Beweise von bekannten Orca-Experten wurde nicht im besten Interesse für Morgan entschieden.
„Ein Transfer in den Loro Parque macht jede Hoffnung, Morgan jemals in Freiheit entlassen zu können, zunichte. Sie wird ein Teil der Orca-Show im Loro Parque werden und den Rest ihres Lebens als Showclown verbringen“, so Rob Lott, Experte für Gefangenschaftshaltung bei der WDCS.  Zuvor müsse sie sich jedoch noch an die neue Umgebung und ihre neuen Beckennachbarn gewöhnen – das kann viel Stress für diese Tiere bedeuten.

Darüber hinaus bereiten der WDCS besonders die Umstände im Loro Parque, in dem ein Orca-Trainer 2009 auf tragische Weise getötet wurde, Sorgen.

Orcas in Gefangenschaft haben eine weitaus geringere Lebenserwartung als ihre Artgenossen in freier Wildbahn und leiden unter enormem Stress, der zu Aggressionen (gegenüber Artgenossen und auch Trainern) sowie zu Krankheiten und sogar zum Tod führen kann.

Todesurteil für Morgan

„Realistisch gesehen kommt diese Entscheidung einem Todesurteil für Morgan gleich, da die Lebenserwartung für Orcas in Gefangenschaft im Durchschnitt 8,5 Jahre beträgt  - verglichen mit mehr als 50 Jahren in Freiheit“, so Lott weiter.

„Es enttäuscht uns besonders, dass gerade ein Land wie die Niederlande, das für sein humanitäres und tierschützerisches Engagement bekannt ist, dies zugelassen hat. Es zeigt sich deutlich, dass die eigentlichen Motivationen Geld und Unterhaltungswert hier offensichtlich gegen die Wohlergehen von Morgan durchgesetzt haben.“

Als Mitglied der Free Morgan Foundation war die WDCS an der Entwicklung eines mehrstufigen Wiederauswilderungsplans mit der Option auf Freilassung beteiligt und hat die Orka Koalitie im Gerichtsverfahren mit Fachwissen unterstützt.