Amsterdam: Entscheidung über Orca Morgan in zwei Wochen erwartet

Die WDCS erwartet die Entscheidung über die Zukunft des ca. 4-jährigen Orca-Weibchens „Morgan“ durch ein Gericht in den Niederlanden in zwei Wochen.

Während des gestrigen Berufungsverfahrens legten Tierschützer ein letztes Mal ihre Argumente für die Wiederauswilderung des 2010 in den Niederlanden gestrandeten und seitdem in Gefangenschaft gehaltenen Orca-Weibchens vor.

Zuvor hatte sich das zuständige Ministerium in den Niederlanden für einen Transport des Tieres in den spanischen Vergnügungspark „Loro Parque“ auf Teneriffa ausgesprochen. Gegen diese Entscheidung legte die Koalition aus niederländischen NGOs „Orka Coalitie“ erneut Klage ein.

Seite an Seite mit der „Orka Coalitie“ kämpfen die Meeresbiologen und Orca-Experten der „Free Morgan Foundation“  (kurz FMF) für ein Recht auf Freiheit für das Orca-Weibchen. Die FMF hatte bereits 2010 einen mehrstufigen Rehabilitationsplan mit der Option auf Freilassung für das Orca-Weibchen vorgelegt, der jedoch damals wenig Beachtung fand. 
Orcas in Gefangenschaft versterben früh, zeugen kaum Nachkommen und sind Stress ausgesetzt, der zu Aggressionen untereinander, aber auch gegenüber Trainern bis hin zu Krankheit und Tod führen  kann.

Während der gestrigen und letzten Verhandlung im Fall „Morgan“ wurden erneut „Morgans“ Überlebenschancen in Freiheit diskutiert.

Die vom Delfinarium Harderwijk einberufenen Experten waren der Ansicht, „Morgan“ würde sehr wahrscheinlich sterben, wenn sie freigelassen und ihre Familie nicht wiederfinden würde.

Die Experten der „Free Morgan Foundation“ räumten „Morgan“ dahingegen gute Chancen ein, sich auch in einen anderen Pod integrieren zu können.

Überraschende Wendung

Überraschenderweise wechselten vier der sieben Wissenschaftler des Delfinariums, die bis dato die Argumentation vertraten, Morgan sei keine Kandidatin für die Freilassung, kurz vor der Verhandlung die Seiten und gaben an, Morgan lieber bei der Rehabilitation in einem abgesperrten Meeresareal in Norwegen zu sehen als im Loro Parque. 

Experten der FMF konfrontierten die Richterin und die Vertreter des Delfinarium mit Beweismaterial, das auf eine aktuelle Herpeserkrankung unter den Delfinen in Harderwijk hindeutete.

Darüberhinaus sollen dem Delfinarium in Harderwijk als Gegenleistung für „Morgan“ offenbar Delfine aus dem Loro Parque angeboten worden sein.

Das schriftliche Urteil soll in zwei Wochen folgen.

Weitere Informationen:

Die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation unterstützt die Experten der FMF mit Expertise und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Den mehrstufigen Rehabilitationsplan mit der Option auf Freilassung für Morgan finden Sie hier.

Quellen: WDCS, Washington Post