SeaWorld Anhörung AKTUELL: SeaWorld bringt Trainer in Gefahr

Ein staatlicher Sicherheitsbeamter sagte am Freitag aus, dass SeaWorld Florida wusste, dass es seine Trainer in Gefahr bringt, indem es sie mit dem 12.000 Pfund schweren Schwertwal Tilikum interagieren ließen.

Der Beamte zitierte den fünf Minuten „Tilly Talk“ des Freizeitparks, in dem neuen Trainern im Shamu Stadium gesagt wird: „ Wenn du mit Tilikum im Wasser endest, dann wirst du sterben.“

„Die Erlaubnis diesen Kontakt (zwischen Orca und Angestellten) stattfinden zu lassen und fortzusetzen war einfach Gleichgültigkeit.“ sagte Arbeitsschutz- und Gesundheitsleitung-Bereichsleiter Les Grove bei einer Bundesanhörung in Sanford, außerhalb von Orlando.

Die Zeugenaussage stammt vom fünften Tag der Gerichtsverhandlung zwischen dem Arbeitsministerium OSHA und SeaWorld, welche die Sicherheitsanklage, die von dem Tod der 40-jährigen Trainerin Dawn Brancheau im Jahr 2010 stammt, herausfordert.

Brancheau lag auf einer Poolkante neben Tilikum, als der Orcabulle sie vor den Augen der Parkbesucher in das Wasser zog und 40-45Minuten mit ihr herum geschwommen ist.

Die schwerste Klage von OSHA ist als ein „mutwilliger Verstoß“ einzustufen, das heißt SeaWorld zeigte „ eindeutiges Desinteresse oder vorsätzliche Missachtung gegenüber der Sicherheit und Gesundheit von Angestellten.“

SeaWorld steht eine 75.000$ Geldstrafe bevor. Der Park könnte auch dazu gezwungen werden den körperlichen Kontakt zwischen den Trainern und Orcas zu beenden, sagte Firmenjuristin Carla Gunnin in ihrem Eröffnungsplädoyer am Montag.

Um für einen „mutwilligen Verstoß“ zu plädieren, zitierte Grove aus den SeaWorld Angestelltenvorschrift, die von den Trainern verlangt eine Erklärung zu unterschreiben, in der sie das „kalkulierte Risiko“ anerkennen.

Zusätzlich zeigen SeaWorlds Ereignisprotokolle, dass sich das Unternehmen den zahlreichen Belegen von Verletzungen, Beinaheunfällen und Toden bei der Arbeit mit Orcas bewusst war, sagte Grove.

Experten äußern ihre Kritik

Ein Orcaexperte beschwor am Freitag, dass er sich selbst „nie im Leben“ in engen Kontakt zu Tilikum begeben würde.

Walforscher David Duffus sagte, er war seit einer Untersuchung, die der Experte nach dem Tod von Trainerin Keltie Byrne leitete, die in „Sealand of the Pacific“ in British Columbia in ein Walbecken rutschte, gefasst und von Tilikum und zwei anderen Walen ertränkt wurde, mit Tilikum vertraut.

Die Wale haben die 20-jährige Bryne für 90 Minuten festgehalten, sagte Duffus.

Tilikum wurde 1992 nach SeaWorld Orlando übersiedelt, wo anspruchsvollere Trainingsmethoden das Risiko für die Trainer reduziert haben, bestätigt Duffus.

„In 20 Jahren wurde viel getan, dennoch sehe ich das selbe Ergebnis“, sagte Duffus, ein Lehrbeauftragter an der Universität Victoria in British Columbia.

Während einer mehrere Stunden dauernden Zeugenaussage wurde Duffus wiederholt gefragt, ob die Sicherheitsprotokolle für die Interaktion zwischen Trainern und Orcas von SeaWorld ausreichend waren.

„Nicht in jeder Situation. Wenn die Interaktion mit Tilikum unter allen Bedingungen ausreichend gewesen wären, dann wären wir heute nicht hier“, sagte Duffus.

Anhörung vertagt

Die Anhörung sollte eigentlich nur eine Woche dauern, aber der vorsitzende Verwaltungsrichter hat angekündigt, dass die Zeugenaussagen am 15.November fortgesetzt werden.

„Da wir damit fortfahren unseren Fall darzulegen, werden wir deutlich machen, dass das Orcaprogramm von SeaWorld branchenführende Standards sowohl in der Angestelltensicherheit als auch im Tierschutz reflektiert“, lässt das Unternehmen in einer Stellungnahme, die nach der Anhörung veröffentlicht wurde, verlauten.

„Wie wir mehrmals wiederholt haben, sind die Anschuldigungen die nach dem tragischen Tod von Dawn Brancheau von OSHA veröffentlicht wurden haltlos.“

Die WDCS Experten werden auch bei der kommenden Anhörung im November wieder vor Ort sein Sie über den weiteren Verlauf des Prozessen informieren.

Hintergrundinformationen zur Anhörung finden Sie hier.