SeaWorld fordert “geliehenen” Orca aus Kanada zurück

Das Marineland in Niagara, Kanada, wurde vom Gericht aufgefordert, einen der beiden  dort in Gefangenschaft gehaltenen Orcas an SeaWorld in den USA zurückzugeben – unter anderem aus Sorge um den Gesundheitszustand eines männlichen Jungtieres.

Keine Nachkommen in Marineland

Details zu Gesundheitszustand und Wohlbefinden des 8-Jahre alten Orca Ikaika sind nicht bekannt, doch Berichten zufolge ist SeaWorld, das den Orca 2006 an Marineland als Teil ihres sogenannten „Zuchtprogramms“ an Marineland verliehen hatte, bereits seit 2009 besorgt um den physischen wie psychischen Gesundheitszustand des Tieres.
 
Ikaika wurde 2002 im SeaWorld Park Orlando, Florida , geboren und ist offiziellen Angaben zufolge der Sohn von Tillikum, dem männlichen Orca, der für den tragischen Tod der Trainerin Dawn Brancheau 2010 verantwortlich war. Ikaikas Mutter Katina wurde 1978 vor Island gefangen. Kiska, der zweite Orca in Marineland, wurde 1981 ebenfalls vor Island gefangen und in Gefangenschaft verbracht.

Die bisherigen Zuchtbemühungen bei Marineland Niagara waren erfolglos.

„Zucht“ als Vorwand

Der Streit zwischen den beiden Einrichtungen zeigt vor allem, dass der oftmals genannte Grund – „Zucht“ - für den Transfer von Orcas und anderen Waltieren zwischen Vergnügungsparks und Ländern vorgeschoben wird, um eben Handelsgenehmigungen zu erwirken bzw. um Probleme, die in der Gruppe zwischen den Tieren entstehen (z.B. Aggression zwischen mehreren  Bullen), loszuwerden.

Die Situation ist mit Sicherheit keine Seltenheit. „Zucht“ ist ein häufig genutzter Vorwand für Transfers von Waltieren zwischen Einrichtungen im EU-Raum. Eine Überprüfung solcher Zuchterfolge und ob die gehandelten Tiere je wieder zurückgegeben werden, gibt es nicht. Es ist nicht einmal möglich, sicherzustellen, das Schicksal einzelner Tiere zu verfolgen, da kein solches notwendiges Register vorliegt.

Details zur Situation von Waltieren in Gefangenschaft innerhalb der EU lesen Sie hier >>

Die WDCS ist überzeugt, dass die Haltungsbedingungen in Gefangenschaft die  komplexen Bedürfnisse dieser anspruchsvollen und hoch entwickelten Lebewesen in keiner Weise erfülle können. Zahlreiche Gesundheits- und Tierschutzprobleme verkürzen ihr Leben in Gefangenschaft im Vergleich zu ihren Artgenossen in freier Wildbahn. 

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Quelle: The Star, WDCS