Sea World möchte Öffentlichkeit von Anhörung ausschließen

Nach dem Tod der Orca-Trainerin Dawn Brancheau vor einem Jahr steht nun eine Gerichtsverhandlung im Fall OSHA (Occupational Safety and Health Administration) gegen SeaWorld bevor.

Die US-Arbeitsschutzbehörde OSHA hatte Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften festgestellt, die Gefahren im Zusammenhang mit der öffentlichen Zurschaustellung von Orcas angesprochen, eine Geldstrafe verhängt und Klage eingebracht. SeaWorld will in dem Verfahren darlegen, welche Gegenmaßnahmen es seither ergriffen hat.

Ursprünglich war die Verhandlung für den 14. Februar geplant und hätte öffentlich zugänglich sein sollen. Nun wurde sie aber auf den 25. April verschoben und könnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgewickelt werden.

Öffentlichkeit soll ausgeschlossen werden

Falls das Gericht tatsächlich ein Geheimverfahren beschließt, würden alle Ermittlungsergebnisse und Fakten in Zusammenhang mit diesem vielbeachteten und sehr wichtigen Fall versiegelt und der Öffentlichkeit dauerhaft entzogen. Eine Teilnahme der Öffentlichkeit am Verfahren würde verhindert und selbst Experten beider Seiten, die im Zeugenstand aussagen, wäre es untersagt, sich öffentlich zum Verfahren zu äußern. So würden auch alle Beweise über die Auswirkungen der Gefangenschaftshaltung auf das Wohlergehen der Orcas sowie sämtliche Zeugenaussagen in diesem Prozess dem Blick der Öffentlichkeit entzogen. Schlussfolgerungen für zukünftiges Handeln wären damit unmöglich.

Sea World hielt viele Vorfälle in der Vergangenheit geheim

Leider gelang es Sea World in der Vergangenheit, einen Mantel des Schweigens über Fälle zu legen, bei denen Angestellte verletzt wurde. Dazu zählt auch die Verkrüppelung des 26-jährigen Trainers John Sillick 1987. Nach einem Fehlsignal erlitt Sillick den Bruch sämtlicher Wirbel der Brustwirbelsäule, des Beckens und eines Oberschenkels, als er auf Orky 2 ritt. Er kam nur knapp mit dem Leben davon. Die darauffolgenden Gerichtsverfahren, die von Sillick und zwei weiteren, in gravierende Vorfälle mit Orcas verwickelten Trainern angestrengt wurden, fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Daher kennt niemand die Untersuchungsergebnisse in diesen Fällen – und niemand kann aus den tausenden Seiten Beweisunterlagen lernen oder Schlüsse ziehen.

Zuständiger Richter entscheidet in den kommenden Tagen

Der Bundesrichter, dem der Fall OSHA gegen SeaWorld zugewiesen wurde, wird vermutlich in den nächsten Tagen (!) seine Entscheidung über die Geheimhaltung des Verfahrens fällen.

Bitte schreiben Sie noch heute an das US-Arbeitsministerium!

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Wir halten Sie über die neuesten Entwicklungen über Orcas in Gefangenschaft auf www.wdcs-de.org auf dem Laufenden.