Iceland whaling - fin whale killed in 2014
Iceland whaling - fin whale killed in 2014

Walblut am Fischfilet

Deutsche Supermarkt-Kunden unterstützen indirekt Islands Finnwaljagd Wer in deutschen Supermärkten Fisch aus Island kauft, finanziert möglicherweise indirekt, dass in Island bedrohte Finnwale gejagt werden. Der Grund: Der Chef von Islands einziger Walfang-Firma ist auch Aufsichtsratsvorsitzender von HB Grandi, einem der größten Fischexporteure Islands. Die beiden Firmen sind eng verflochten. WDC fordert deutsche Fischlieferanten und Supermärkte auf, ihre Handelsbeziehungen mit HB Grandi zu überdenken. Doch selbst Unternehmen, die sich Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen schreiben, antworten oft nur ausweichend.

Was hat Walfang mit Fisch aus dem Supermarkt zu tun? 

137 bedrohte Finnwale sind seit Anfang Juni 2014 in Island getötet worden. Der Walfang des Landes ist in der Hand eines einzigen Unternehmers, Kristján Loftsson. Der ist nicht nur Geschäftsführer und einer der Hauptaktionäre von Islands einziger Finnwalfang-Firma, Hvalur hf, sondern gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender des Fischereiunternehmens HB Grandi. Hvalur hf wiederum besitzt über 40 Prozent der Anteile von HB Grandi. Deutschland ist einer der Hauptabnehmer von HB Grandi-Produkten. Das Geld, das deutsche Kunden für Fisch ausgeben, kann dem Walfang in Island zugutekommen.

In Fertigungshallen von HB Grandi werden auch die getöteten Finnwale verarbeitet, die zu einem Großteil nach Japan exportiert werden. Der internationale Handel mit Finnwal-Fleisch  ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. Cites) seit 1977 verboten.
 
21 Handelsketten und Fischgroßhändler hat WDC angeschrieben und auf die Verbindung zwischen HB Grandi und dem Walfang in Island hingewiesen, darunter Edeka, Rewe, Tegut und Metro. Die meisten Unternehmen distanzierten sich nicht klar von HB Grandi oder blieben eine Antwort schuldig. Lediglich der Discounter Norma und der Fischimporteur First Fimex bestätigten, nicht bei HB Grandi zu kaufen, weder direkt noch über Zwischenhändler.   
 
Zu den wichtigsten Zulieferern deutscher Supermärkte zählt Deutsche See, die bis heute Fisch von HB Grandi bezieht und auch weiterhin daran festhalten will. Der Fisch-Großhändler rühmt sich hoher Umweltstandards und strenger Einkaufrichtlinien, wirbt auf seiner Website gar mit der Auszeichnung als "Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen". Doch HB Grandis Verbindung zum Walfang anerkennen will Deutsche See nicht. Gerade Unternehmen, die sich Nachhaltigkeit so groß auf die Fahnen schreiben, sollten Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass sie nicht indirekt den Walfang unterstützen.

Hintergrundinformationen zur Kampagne finden Sie hier!

 
 
Unterstützen Sie die gemeinsame Aktion von WDC und Pro Wildlife: Fordern Sie Edeka, Kaiser´s Tengelmann, Metro und andere Firmen auf, keinen Fisch von HB Grandi zu verkaufen! Denn wirtschaftlicher Druck ist ein starkes Mittel, um die Finnwaljagd in Island zu beenden…