Gefangenschaft im Angebot

Reiseveranstalter wie TUI, DERTOUR, Thomas Cook, Neckermann und FTI bewerben Ausflugsziele, die Wale und Delfine in Gefangenschaft halten. Sie unterstützen damit aktiv das Profitstreben von Delfinarien.

Die Urlaubssaison steht vor der Tür und es ist Zeit für einen deutlichen Weckruf!

Nichts wie weg“ wünschen wir uns, wenn die feuchte Kälte unter den Mantel kriecht, und planen den nächsten Urlaub in den sonnigen Süden. „Nichts wie weg“ wünschen sich auch Wale und Delfine aus den viel zu kleinen, eintönigen Betonbecken der Delfinarien.

Geringster Standard garantiert

Reiseunternehmen weltweit haben sich den internationalen Richtlinien „Global Animal Welfare Guidance for Animals in Tourism“ (Globaler Leitfaden für den Tierschutz im Tourismus) angeschlossen und rühmen sich damit, den Tierschutz sehr ernst zu nehmen. Dieser Leitfaden hält unter anderem fest:

„Der direkte Kontakt und Umgang von Besuchern mit Tieren sollte vermieden werden.“

„Die Tiere sollten die Möglichkeit haben, anderen Individuen, der Öffentlichkeit und der Interaktion jederzeit auszuweichen.“

„Aufführungen … sollten nur natürliches Verhalten umfassen.“

Warum werden Reisen zu Delfinarien wie SeaWorld und Loro Parque von den Reiseunternehmen dann weiterhin aktiv beworben? Warum profitieren die Anbieter weiter von den Kooperationen?

Lug und Trug – All inclusive

Anfang Februar 2014 gab TUI Deutschland bekannt, in Zukunft keine Reisen mehr zu Delfinarien und Orca-Shows anzubieten. Doch die Riesen der Marine-Park-Industrie SeaWorld und Loro Parque bleiben weiter im Programm von TUI Deutschland. Das Reiseunternehmen begründet diese „Ausnahme“ mit der  spitzfindigen Begründung, dass SeaWorld und Loro Parque Themenparks seien. Die dort gezeigten Shows sollen allerdings nicht speziell beworben werden … was kaum nötig sein dürfte, wenn man einen Themenpark mit Walen und Delfinen im Programm hat.

Bereits im Sommer 2013 gab FTI Reisen bekannt, in seinem Winterkatalog 2013/2014 keine Delfin- und Walshows mehr anzubieten. Im aktuellen Katalog finden sich jedoch wieder Anzeigen für den Loro Parque, außerdem beteiligt sich FTI an einer Sonderwerbeaktion zum 50-Jahr-Jubiläum von SeaWorld.

Und selbst wenn die Reiseunternehmen die Tatsache, dass Delfine und Orcas bei Loro Parque und SeaWorld gehalten werden, gekonnt zu umschiffen versuchen, sind wird der Meinung, sie verstecken sich  unter einem grünen Mäntelchen. SeaWorld und Loro Parque müssen eindeutig aus dem Programm genommen werden, wenn TUI und FTI wirklich keine Delfinarien mehr bewerben wollen!

Solange die großen Reiseveranstalter an der Wertschöpfungskette von Delfinarien beteiligt sind, solange tragen sie auch die Verantwortung für das damit verbundene Leid der eingesperrten Wale und Delfine. Ein vollständiger Verzicht auf jegliche Werbung für Einrichtungen, die Wale oder Delfine halten, und der Verzicht auf eine wirtschaftliche Beteiligung sind der einzige wirklich konsequente Weg.

Delfinarien dienen NICHT dem Schutz von Walen und Delfinen. Sie tragen NICHT zur Bildung bei. Sie sind BRUTAL.

Wenn Sie eine Welt voller Wunder erleben wollen, dann besuchen Sie Wale und Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum und beobachten Sie diese einmaligen Tiere in freier Wildbahn.

Schluss mit Lug und Trug, Schluss mit der Unterstützung von Delfinarien!

WDC wendet sich an die Marktführer der Reisebranche in Deutschland und fordert diese auf, keine Geschäfte mehr auf Kosten der Wale und Delfine zu machen. Ohne Ausreden, ohne Ausnahmen, ohne falschen Deckmantel!


Die internationale WDC-Kampagne richtet sich an Richard Branson und sein Reiseunternehmen Virigin Holidays.

Mit einem provokanten Videoclip forderte WDC den Unternehmer Richard Branson auf, dessen Unternehmen Virgin Holidays auch Reiseangebote zu SeaWorld im Angebot hat, nicht weiter auf Kosten gefangen gehaltener Orcas Geschäfte zu machen.

Mit Erfolg! Denn Richard Branson, der auch als Umwelt- und Artenschützer bekannt ist, reagierte unmittelbar auf unsere Kampagne. Er kündigte einen vorerst auf sechs Monate begrenzten breit angelegten Dialog mit allen Beteiligten an, um die Themenparks unter die Lupe zu nehmen.

Leider gab Virgin Holidays Ende September in einer Stellungnahme bekannt, dass das Unternehmen weiterhin Reisen zu Parks wie SeaWorld anbieten wird. Wir werden weiterhin den Dialog suchen und Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Virgin sicherte Anfang Februar 2015 offiziell zu, sämtliche Geschäftsbeziehungen zu solchen Firmen einzustellen, die seit 14. Februar 2014 weiterhin Wale und Delfine in freier Wildbahn fangen. Auch wenn sich das Unternehmen mit dieser Stellungnahme aus Sicht von WDC an vielen Stellen nicht ausreichend stark gegen Wildfänge und Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen ausspricht, begrüßen wir das Statement als einen Schritt in die richtige Richtung.