Japanischer Online-Shop verkauft illegal Walfleisch

WDC-Pressemitteilung vom 17.10.2016

Tokio / München 17. Oktober 2016: Wenige Tage, bevor sich Regierungen aus aller Welt treffen, um über Japans Missachtung internationaler Gesetze zur  Waljagd zu diskutieren, hat Whale and Dolphin Conservation (WDC) den offenen und illegalen Verkauf von japanischen Walprodukten an ausländische Kunden aufgedeckt.

Beim 66. Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC), das am 20. Oktober in Slowenien beginnt, wird auch in diesem Jahr Japans Waljagd zu "wissenschaftlichen" Zwecken das Hauptthema sein. Der nun von WDC aufgedeckte Online-Handel mit Walfleisch setzt die japanische Delegation auf der Tagung noch stärker unter Druck und widerlegt erneut japanische Behauptungen, dass die Forschungsjagden nicht vornehmlich kommerziell seien, sondern wichtige wissenschaftliche Daten liefern.

WDC kann belegen, dass die Tokio-basierte Online-Vertriebsgesellschaft  „Japan Trend Shop“ mehrere Walprodukte an ausländische Kunden mit Preisen in Dollar und Euro anbietet. Die Webseite verspricht weltweiten Expressversand. Das Angebot ist zudem mit folgendem Hinweis versehen: „Falls Sie noch ökologische Bedenken haben, seien Sie versichert, dass das Fleisch in diesem Produkt von Tieren stammt, die im Rahmen wissenschaftlicher Forschung getötet wurden.“

Erst kürzlich hat  die Internationale Union für die Bewahrung der Natur (IUCN) Japans Regierung aufgerufen, ihre "wissenschaftlichen" Waljagden zu beenden. Der IWC-Wissenschaftsausschuss bewertet Japans aktuelles Forschungsproramm als wissenschaftlich nicht gerechtfertigt und der Internationale Gerichtshof hatte 2014 geurteilt, dass Japan sein Wissenschaftsprogramm in der Antarktis sofort stoppen müsse. Grund waren die fehlenden wissenschaftlicher Erkenntnisse und die kommerzielle Natur der Jagden.

Der internationale Handel mit Walprodukten ist durch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) sowie die zusätzlichen nationalen Gesetze vieler Länder, einschließlich der USA und der EU, streng verboten. Obwohl Japan einen Vorbehalt für den Handel mit verschiedenen Walarten eingelegt hat, ist die Zahl der Länder, mit denen es Wal-Produkte handeln kann, auf Norwegen und Island begrenzt. Ein Angebot auf einer Webseite in Englisch und anderen europäischen Sprachen kann daher nur durch die Absicht erklärt werden, illegal an Kunden in den USA und der EU verkaufen zu wollen.

Laut Japan Trend Shop stammt das angebotene Walfleisch von Kinoya Ishinomaki Suisan Inc., einem japanischer Konservenhersteller, der seit vielen Jahren Walfleisch verarbeitet. Kinoya bezieht das Fleisch aus Japans "wissenschaftlichen" Walfang-Programmen.

“Dieser illegale Versuch, internationales Interesse an Walfleisch als “Delikatesse” zu erzeugen, unterstreicht die offenkundige Strategie der Walfanglobby. Während in diesem Jahr alle umweltbewussten Länder das dreißigjährige Bestehen des internationalen Walfangmoratoriums feiern, klammert sich die japanische Regierung an den Versuch, eine Industrie wiederzubeleben, die die Weltgemeinschaft bereits in die Geschichtsbücher verbannt hat.“, so WDC-Geschäftsführer Chris Butler-Stroud. „Die japanische Regierung versucht momentan, die IWC zu überzeugen, dass Japan den Walfang mit einer kommerziellen Quote gut managen könnte. Japans offensichtliches Versagen, den jetzigen Handel zu kontrollieren, zeigt, wie schlimm es ohne das Moratorium wäre.“

 

Hintergrundinformationen

Hintergrundartikel zu Kinoya Ishinomaki Suisan: http://cupidojapan.com/ishinomaki-the-city-of-whale/

Webseite Kinoya Ishinomaki Suisan Inc.: http://kinoya.co.jp/

Treffen der IWC 2016: http://de.whales.org/themen/was-passiert-beim-treffen-der-internationalen-walfangkommission-2016

http://www.avclub.com/article/stock-your-winter-pantry-japanese-sea-lion-and-bea-244221