HB Grandi durch Verbindungen zum isländischen Walfang unter wachsendem Druck

Dieses Jahr wurde die Finnwal-Jagdsaison in Island mit einem Fangrekord von 137 bedrohten Finnwalen beendet. Gleichzeitig zeigt eine Kampagne von WDC und weiteren Tier- und Umweltschutzorganisationen, hinter der Millionen Bürger auf der ganzen Welt stehen, dass große europäische und nordamerikanische Einzelhändler keinen Fisch der Firma HB Grandi beziehen wollen. Denn das große isländische Fischhandelsunternehmen hat eine enge Verbindung zu der isländischen Walfangfirma Hvalur.
  • Hvalurs millionenschwerer Geschäftsführer Kristjan Loftsson ist Vorstandsvorsitzender von HB Grandi und sitzt in der isländischen Delegation der Internationalen Walfangkommission (IWC)

  •  Hvalur hält einen bedeutenden Anteil an HB Grandi und kontrolliert 49,7% der HB Grandi-Aktien

  •  Obwohl HB Grandi jegliche Verbindung zum Walfang leugnet, nutzt Hvalur nach wie vor Grandi-Produktionsstätten zur Verarbeitung der Finnwale

Einzelhändler lehnen Fisch ab, der in Verbindung zum Walfang steht!

In diesem Jahr haben wir 47 Einzel- und Großhändler dazu aufgefordert, eine vollständige und transparente Prüfung ihrer Lieferkette durchzuführen, um eine Verbindung ihrer Produkte mit Walfang ausschließen zu können. Dies beinhaltet auch Fisch von Drittfirmen. Außerdem baten wir um Mitteilung, ob ihre Geschäftspolitik den kommerziellen Walfang und den Handel  mit Walfleisch ablehnt.

Einzelhändler, die Fisch von HB Grandi oder einer der Tochtergesellschaften beziehen, wurden aufgefordert, bestehende Verträge nicht zu verlängern und HB Grandi (oder die Tochtergesellschaft) über die Entscheidung zu informieren.

Während einige der Prüfungen noch im Gange sind, haben zahlreiche Firmen geantwortet, dass sie keine Produkte von HB Grandi beziehen, zudem haben die meisten von ihnen eine klare Geschäftspolitik gegen den kommerziellen Walfang.

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Konsumenten lehnen Fischprodukte ab, die in Verbindung zum Walfang stehen

Der öffentliche Widerstand gegen den Einkauf von Fisch, der mit dem Töten von bedrohten Finnwalen in Zusammenhang steht, wurde durch eine Umfrage von ORC International in Großbritannien und Deutschland klar belegt.

Mehr als vier von fünf Befragten halten es für sehr unwahrscheinlich, dass sie mit Walfang in Verbindung stehenden Fisch kaufen würden. Bei den weiblichen Befragten steigt diese Zahl sogar auf 90%.

HB Grandis Gewinne sinken

Ende August veröffentlichte HB Grandi Zahlen zum ersten Halbjahr 2014. Die Firma hat in den ersten sechs Monaten 2014 einen Gewinn von 10,6 Mio. € (1,6 Mrd. ISK/13,98 Mio. US-Dollar) verzeichnet, 5,6 Mio. € (7,3 Mio. US-Dollar) weniger als im gleichen Zeitraum im Jahr 2013, was einem Rückgang von 43,5% entspricht. 2013 sind die Gewinne im Gegensatz zum vorherigen Jahr ebenfalls gesunken.

HB Grandi muss endlich umdenken

Angesichts der zunehmenden Kritik von Einzelhändlern, Fischfirmen und den Kunden sowie der drohenden Negativfolgen für Grandis wirtschaftlichen Erfolg, ist es höchste Zeit für die Verantwortlichen, die eigene Haltung zum Walfang zu überdenken  und Hvalur zu drängen, die Harpunen endlich ruhen zu lassen.

Hintergrund

  • Der isländische Walfang steht unter  zunehmender Kritik, nachdem der Export von Finnwalfleisch nach Japan in diesem Jahre eskalierte
  • Der kommerzielle Walfang und der damit verbundene Handel sind nicht nur aufgrund des Verstoßes gegen zwei internationalen Abkommen – die  Internationale Walfangkommission und das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) hochumstritten. Auch der Tierschutz und die extrem brutalen Tötungsmethoden stehen im Fokus der Proteste.
  • Finnwale fielen über Jahrzehnte dem kommerziellen Walfang zum Opfer, bis das hemmungslose Schlachten 1986 durch das Moratorium der IWC beendet wurde. Fast 30 Jahre später ist die Art immer noch als bedroht eingestuft. Nichtsdestotrotz hat die isländische Regierung den kommerziellen Walfang 2006 wieder aufgenommen und im Dezember 2013 Fangquoten für 2014-2018 festgelegt. Diese sind zudem dreimal höher als die Zahlen, die das Wissenschaftskomitee der IWC für theoretisch nachhaltig einstuft. Weitere Informationen
  • Seit dem Moratorium wurden über 800 bedrohte Finnwale und 553 Zwergwale von den isländischen Walfängern getötet. Islands jährlicher Handel mit Walprodukten ist 2014 mit 2100 Tonnen, die im März nach Japan verschifft wurden, sprunghaft gestiegen. Dies entspricht 41% aller Transporte seit 2008.
  • Im September haben WDC (Whale and Dolphin Conservation), Environmental Investigation Agency (EIA) und das Animal Welfare Institute (AWI) den gemeinsamen Bericht “Slayed in Iceland” veröffentlicht, der das Ausmaß des isländischen Walfangs aufdeckt
  • Zu Beginn der 65. IWC-Tagung haben 35 Regierungen im September 2014 einen formalen diplomatischen Protest in Form einer Demarche an die isländische Regierung gerichtet, die ein Ende des isländischen Walfangs und des Handels mit Finn- und Zwergwalen fordert. Im Anschluss sprachen sich neun lateinamerikanische Regierungen ebenfalls für eine Beendigung des Isländischen Walfangs aus.