Fragen und Antworten zu Homes for Whales and Dolphins

Was ist ein Meeresschutzgebiet oder 'MPA'?

Der Begriff ‘Meeresschutzgebiet’ oder ‘MPA‘ (von Marine Protected Area) beschreibt ein Gebiet, in dem menschliche Aktivitäten gar nicht bis eingeschränkt erlaubt sind, um Lebensräume und Wildtiere zu erhalten. Unter diesem Oberbegriff werden viele verschiedene Typen von Schutzzonen zusammengefasst, wie zum Beispiel Nationalparks, ‚Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung‘, ‚Besondere Schutzgebiete‘. Jedem Schutzgebietstyp sind ganz spezifische Schutzmaßnahmen zugeordnet, oft unterscheiden sich sogar auch die einzelnen Gebiete untereinander in ihrem Schutzstatus.

Was sind FFH-Gebiete?

In Europa sind die so genannten ‘FFH-Gebiete’ oder ‚Natura-2000-Schutzgebiete‘ von großer Bedeutung. Im Rahmen des europaweiten Naturschutzprogramms ‚Natura-2000‘ haben sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, wichtige Lebensräume und Arten dauerhaft zu schützen. Dazu wurden in den letzten Jahren für ausgewählte Ökosysteme und Arten so genannte ‚Besondere Schutzgebiete‘ (FFH-Gebiete) ausgewiesen.

Was ist ein Marinepark?

Als ‚Marinepark‘ wird eine Schutzzone bezeichnet, die eingeschränkt durch den Menschen genutzt werden darf. Dazu gibt es ein so genanntes ‚Zonen-System‘. Bestimmte Gebiete können so streng geschützt werden, in anderen wird wiederum Fischerei, Walbeobachtung oder andere touristische Nutzung erlaubt. Ein Beispiel für diesen Schutzgebietstypus ist der Great Barrier Reef Marine Park vor Australien.

Circa ein Drittel der 344.400 Quadratkilometer großen Fläche ist streng geschützt, im übrigen Teil sind verschiedene menschliche Aktivitäten erlaubt, inklusive Fischfang.

Wale und Delfine sind doch sehr mobil – wie können ‘statische’ Meeresschutzgebiete zu ihrem Schutz beitragen?

In der scheinbaren Grenzenlosigkeit der Meere ziehen Schutzgebiete notgedrungener Maßen Grenzen. Schutzgebietsgrenzen werden von Meeresorganismen aber nicht unbedingt eingehalten. Viele Tiere im Meer sind sehr mobil und schwimmen erhebliche Strecken, seien dies alltägliche Bewegungen oder jahreszyklische Wanderungen. Wale und Delfine sind hierfür ein perfektes Beispiel, aber auch wandernde Fischarten wie Lachse oder Thunfische. Schutzgebiete, die den gesamten Lebensraum solcher Arten umfassen, sind kaum denkbar – weil sie schlicht zu groß wären, um effektiven Schutz zu ermöglichen. Daher ist es wichtig, dass bestimmte Bereiche geschützt werden, in denen diese Arten wichtigen Verhaltensweisen nachgehen, z.B. Nahrungs-, Paarungs- oder Laichgebiete oder auch Wanderungskorridore. Damit bekommen hochmobile Arten Rückzugsräume, wo sich die Populationen trotz der vielfachen Belastungen außerhalb der geschützten Zonen ungestört bewegen und gut entwickeln können. Somit können solche Schutzzonen für wandernde Arten sozusagen als Trittsteine auf ihren langen Wegen dienen.

Warum sind Meeresschutzgebiete so wichtig?

Meeresschutzgebiete sind genauso wichtig wie Schutzzonen an Land. Je mehr wir über Wale und Delfine lernen, desto mehr realisieren wir, dass sie ein geschütztes Zuhause brauchen – genauso wie Landlebewesen. Meeresschutzgebiete mögen nicht die Lösung aller Probleme in einem Gebiet sein oder alle Gefahren für immer verbannen können, aber im Zusammenspiel mit weiter gefassten Schutzmaßnahmen in unseren Ozeanen, sind sie ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wo können Meeresschutzgebiete eingerichtet werden?

Schutzgebiete gibt es in nationalen Hoheitsgewässern in den Küstengebieten einzelner Länder innerhalb der 12-Meilen-Zone. Dort sind gerade in Deutschland eine Vielzahl von Natura-2000-Schutzgebieten entstanden. Das Management dieser Gebiete obliegt den Bundesländern. Für Schutzgebiete, die sich in der so genannten ‚Ausschließlichen Wirtschaftszone‘ (AWZ), also in der 200-Meilen-Zone, befinden, trägt der jeweilige Nationalstaat Sorge. Auch auf Hoher See gibt es Schutzgebiete, die im Rahmen von internationalen Konventionen oder Abkommen eingerichtet und verwaltet werden. Ein übergeordentes (globales) Regelwerk für Schutzgebiete in internationalen Gewässern fehlt bisher, wird aber vielfach gefordert.

Welche regionalen Meeresschutzabkommen gibt es in Nord- und Ostsee?

Für die Ostsee und Nordsee gibt es regionale Meeresschutzabkommen, die alle Anrainerstaaten samt der Nicht-EU-Mitglieder einschließen. Das Abkommen für die Nordsee ist das Oslo-Paris Abkommen zum Schutz des Nord-Ost-Atlantiks (OSPAR). Zum Schutz der Biodiversität wurden hierfür auf europäischer und nationaler Ebene Aktionspläne erarbeitet, wie zum Beispiel der Nordsee-Aktionsplan. Alle Nordsee-Anrainerstaaten und die EU haben sich darin darauf geeinigt, illegale und unabsichtliche Verschmutzung der Nordsee stärker zu bekämpfen. Der Aktionsplan hält die Mitgliedsstaaten dazu an, Meeresverschmutzung in einem der frequentiertesten Schifffahrtsgebieten der Welt gemeinsam einzudämmen und vorzubeugen.

Das Pendat zu OSPAR im Ostseeraum ist HELCOM, eine Konvention zwischen Dänemark, Estland, der Europäischen Union, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden zum Schutz der Ostsee vor Verschmutzungen. Grundlage ist die Helsinki-Konvention von 1992. HELCOM kann als zwischenstaatliche Kommission jedoch nur Empfehlungen aussprechen und hat keine Entscheidungsgewalt.

ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) ist ein seit 1994 bestehendes regionales Artenschutzabkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See. Gegenwärtig hat ASCOBANS zehn Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen, Schweden.

ASCOBANS verabschiedete 2002 einen Rettungsplan für die Schweinswale in der Ostsee, den sogenannten Jastarnia-Plan. Dieser Rettungsplan enthält Empfehlungen zur Reduzierung bestimmter Fischfangmethoden, etwa die Umstellung auf Fanggeräte mit geringerem Beifang von Meeressäugern. Einen vergleichbaren Plan gibt es auch für die Nordsee (North Sea Action Plan) und mittlerweile auch für die Meeresgegend zwischen Nord- und Ostsee (die so genannte "Gap Area").

Wann ist ein Schutzgebiet effektiv?

Ein Schutzgebiet auf dem Papier schafft noch keine gesicherte Population oder ungestörten Lebensraum. Dazu müssen Gesetze oder Verordnungen verabschiedet werden, die idealerweise in einem Managementplan zusammengefasst sind. Aber auch dann ist es bis hin zu ‚echtem‘ Schutz noch ein weiter Weg: Denn nur, wenn sich die Menschen auch an die Regeln halten, kann die Natur effektiv geschützt werden. Dazu bedarf es eine Überwachung der Einhaltung von Regelungen. Erst wenn das alles funktioniert, kann man von gelungenem Schutz und effektiven Schutzgebieten sprechen.

Wo kann ich mich eingehender über einzelne internationale Schutzgebiete informieren?

WDC hat die fachspezifische Webseite www.cetaceanhabitat.org entwickelt, um insbesondere Wal- und Delfinforschern, lokalen Umweltschützern und Personen, die am Thema Marine Schutzgebiete arbeiten, eine fundierte Informationsseite zu bieten, die aber auch von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden soll. Darin finden sich neben Informationen zu Wal- und Delfinschutzgebieten in mehr als 100 Ländern und die Entwicklung neuer MPAs (Marine Protected Areas) auch wichtige Informationen und Links zu regionalen und internationalen Abkommen für Wale und Delfine sowie Definitionen von Schlüsselbegriffen wie „critical habitat“ und „ecosystem-based Management“. Ein weiterer Bestandteil sind Auszüge aus dem Buch „Marine Protected Areas for Whales, Dolphins and Porpoises von WDC-Experte Erich Hoyt“. Wir hoffen, dass die Webseite zu einer Verbesserung des Informationsaustausches beiträgt und all jene unterstützt, die sich für Meeresschutzgebiete einsetzen.

Welche Formen von Schutzgebieten gibt es?

Hinter dem Begriff ‚Schutzgebiet‘ verbirgt sich eine Vielzahl möglicher Formen des Schutzes. Nationalparks und Naturschutzgebiete sind zum Beispiel zwei ganz bestimmte Formen von Schutzgebieten in Deutschland. Während ein Nationalpark beispielsweise den Schutz der Natur weitgehend garantiert, ist in einem Naturschutzgebiet eine vielfältige Nutzung möglich. Dementsprechend gibt es national und international unzählige Schutzkategorien. Oft sind konkrete Schutzmaßnahmen und erlaubte bzw. verbotene Aktivitäten sogar für jedes einzelne Schutzgebiet speziell festgeschrieben. In Europa spielen derzeit die so genannten ‚FFH-Gebiete‘ im Rahmen des Natura-2000-Programms eine ganz besondere Rolle. Auch und gerade für den Schutz des Schweinswals.

Was ist ein Meeresschutzgebiet?

Welche Formen von Schutzgebieten gibt es?

Welche Arten von Schutzgebieten schafft die Weltnaturschutzunion (IUCN)?

Eine sinnvolle Einteilung von Schutzgebieten hat die IUCN (International Union for the Conservation of Nature) vorgenommen, deren Kategorien I-VI einen guten Rahmen verschiedener Intensitäten der Nutzung und des Schutzes vorgeben.

Was sind FFH-Gebiete?

Wo können Schutzgebiete eingerichtet werden?

Welche regionale Meeresschutzabkommen gibt es in Nord- und Ostsee

Für die Ostsee und Nordsee gibt es mehrere regionale Meeresschutzabkommen, die alle Anrainerstaaten samt der Nicht-EU-Mitglieder einschließen. Das Abkommen für die Nordsee ist das Oslo-Paris Abkommen zum Schutz des Nord-Ost-Atlantiks (OSPAR). Zum Schutz der Biodiversität wurden hierfür auf europäischer und nationaler Ebene Aktionspläne erarbeitet, wie zum Beispiel der Nordsee-Aktionsplan. Alle Nordsee-Anrainerstaaten und die EU haben sich darin darauf geeinigt, illegale und unabsichtliche Verschmutzung der Nordsee stärker zu bekämpfen. Der Aktionsplan hält die Mitgliedsstaaten dazu an, Meeresverschmutzung in einem der frequentiertesten Schifffahrtsgebieten der Welt gemeinsam einzudämmen und vorzubeugen. Das Pendant für die Ostsee ist HELCOM, eine von den Ostseeanrainern gegründete zwischenstaatlioche Kommission, die sich um den Schutz der Ostsee bemüht. Ihre grundlage ist die Helsinki-Konvention. Allerdings kann HELCOM keine Beschlüsse fassen, sondern nur Empfehlungen aussprechen.

ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) ist ein seit 1994 bestehendes regionales Artenschutzabkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See. Gegenwärtig hat ASCOBANS zehn Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen, Schweden.
ASCOBANS verabschiedete 2002 einen Rettungsplan für die Schweinswale in der Ostsee, den sogenannten Jastarnia-Plan. Dieser Rettungsplan enthält Empfehlungen zur Reduzierung bestimmter Fischfangmethoden, etwa die Umstellung auf Fanggeräte mit geringerem Beifang von Meeressäugern. Es gibt auch einen entsprechenden Plan für die Nordsee (North Sea Action Plan) sowie neuerding auch einen Plan für das Übergangsgebiet zwischen Nord- und Ostsee ("Gap Area Plan").

Über welche Gewässer entscheidet Deutschland, wenn es um Meeresschutz geht?

Worum geht es in der Kampagne ‚Walheimat – Schutzgebiete jetzt effektiv machen‘?

Was fordert WDC in der Kampagne ‚Walheimat - Schutzgebiete jetzt effektiv machen‘?

Wann ist ein Schutzgebiet effektiv?

Welche Rolle spielen Managementpläne für Meeresschutzgebiete?

Was ist das Besondere an unserer einzigen heimischen Walart?

Wo kommen Schweinswale vor?

Wodurch sind Wale und Delfine am meisten bedroht?

Wodurch verschmutzen wir unsere Ozeane?

Welchen Gefahren sind Schweinswale in deutschen Gewässern ausgesetzt?

Welche Lösungsansätze gibt es, um die Situation für den Schweinswal zu verbessern?

Pinger - die Lösung des Beifangproblems?

Was sind Jiggermaschinen?

Beim sogenannten Jigging werden künstliche Köder an einer vertikalen Angelschnur von Hand oder mechanisch auf und ab bewegt, um die Schwimmbewegungen von Beutefischen zu imitieren. Jig-Fischerei geschieht in der Regel nachts, eine Lichtquelle unterstützt das Anlocken der Fische. Diese Form der Fischerei könnte in bestimmten Gebieten eingesetzt werden, um auf die für den Schweinswal so gefährlichen Stellnetze zu verzichten.

Was sind Ankerwaden?

Die Ankerwade besteht aus einem keulenförmigen Netz, an dessen beiden Flügeln lange, schwere Fischleinen hängen. Bei dieser Form der Fischerei wird zunächst ein Anker ausgebracht, an dem eine Fischleine befestigt ist. Vom Anker aus werden in einer großen Runde das Netz und die zweite Fischleine ausgelegt. Zurück am Anker werden die Fischleinen eingezogen, welche am Boden liegende Fische in das Netz treiben. Der Einfluss auf den Meeresboden ist im Vergleich zu Grundschleppnetzen wesentlich geringer.  Ankerwaden eignen sich für den Fang von Plattfischen.

Was ist die High Seas Alliance?

Die High Seas Alliance (HSA) ist ein Verband von Organisationen und Umweltschutzgruppen zum Schutz der Hochsee. Diese liegt außerhalb nationaler Rechtssprechung und benötigt daher besonderen Schutz. Die Hochsee macht 64% der gesamten Meeresfläche der Erde aus.

Derzeit sind 23 NGOs Mitglied der HSA , darunter WDC, und die IUCN (International Union for the Conservation of Nature).

Wofür steht ASOC?

Die Antarctic and Southern Ocean Alliance (ASOC) wurde 1978 gegründet und hat sich ganz dem Schutz der Antarktis und des Südlichen Ozeans verschrieben. Die ASOC ist ein globaler Zusammenschluss von über 30 nicht regierungsangehörigen Umweltschutzorganisationen. WDC ist seit langem Mitglied bei ASOC und beteiligt sich aktiv an Aufklärungsarbeit, Gesprächen mit Entscheidungsträgern oder nimmt als Teil der ASOC Delgatione an CCAMLR-Tagungen teil.

Was ist HELCOM?

HELCOM ist eine Konvention zwischen Dänemark, Estland, der Europäischen Union, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden zum Schutz der Ostsee vor Verschmutzungen. Grundlage ist die Helsinki-Konvention von 1992. HELCOM kann als zwischenstaatliche Kommission jedoch nur Empfehlungen aussprechen und hat keine Entscheidungsgewalt.

Weshalb sorgt sich WDC um jeden einzelnen Wal?

Wo kann ich mich eingehender über einzelne internationale Schutzgebiete informieren?

WDC hat die fachspezifische Webseite www.cetaceanhabitat.org entwickelt, um insbesondere Wal- und Delfinforschern, lokalen Umweltschützern und Personen, die am Thema Marine Schutzgebiete arbeiten, eine fundierte Informationsseite zu bieten, die aber auch von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden soll. Darin finden sich neben Informationen zu Wal- und Delfinschutzgebieten in mehr als 100 Ländern und die Entwicklung neuer MPAs (Marine Protected Areas) auch wichtige Informationen und Links zu regionalen und internationalen Abkommen für Wale und Delfine sowie Definitionen von Schlüsselbegriffen wie „critical habitat“ und „ecosystem-based Management“. Ein weiterer Bestandteil sind Auszüge aus dem Buch „Marine Protected Areas for Whales, Dolphins and Porpoises" von WDC Experte Erich Hoyt. Wir hoffen, dass die Webseite zu einer Verbesserung des Informationsaustausches beiträgt und all jene unterstützt, die sich für Meeresschutzgebiete einsetzen.

Walheimat schützen - das können Sie tun!