5 Blogger verraten ihre Tipps gegen Plastik!

Im Rahmen unserer Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ haben wir schon viele Ideen und spannende Informationen zum Thema Plastik geteilt. Nun haben wir fünf Blogger um ihre persönlichen Tipps zum Thema Plastikvermeidung gebeten.

 

Franzi Schädel bloggt auf www.franzischaedel.de über nachhaltiges Leben und Reisen.

Um Plastik im Alltag zu vermeiden, gehe ich mittlerweile wieder viel bewusster einkaufen. Ich plane meine Einkäufe und hab immer, neben meinem liebsten Jutebeutel, auch ein paar Stoff- und Papiersäckchen dabei. Die nehmen in der Tasche kaum Platz weg und helfen so einfach Plastikmüll zu vermeiden. 

Ebenso bin ich Fan von Bienenwachstüchern, die man als Alternative zu Frischhaltefolie einsetzen kann. Darin wickele ich frische Kräuter, mein Proviant für unterwegs oder auch mal etwas Trockenobst ein. Daheim nutze ich die Tücher zum Abdecken von Lebensmitteln, Frischhaltefolie gibt es in unserem Haushalt seitdem gar nicht mehr. 

Shia Su lebt nach dem Zero Waste Prinzip und berichtet auf ihrem Blog Wasteland Rebel von ihren Erfahrungen. Zu diesem Thema hat sie auch ein Buch geschrieben, das auf Deutsch und Englisch erschienen ist (Weniger Müll ist das neue Grün): www.wastelandrebel.com/de/

Ich bin da ja vollkommen schmerzbefreit und lege auch Obst und Gemüse einfach lose aufs Band. Bei größeren Mengen von Sachen wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Aprikosen wird das aber natürlich schon schwierig. Die kommen bei mir einfach in ein Wäschnetz! Es gibt natürlich auch welche aus Bio-Baumwolle zu kaufen, aber wenn man sowieso Wäschenetze Zuhause hat, können die sich ja auch nützlich machen, wenn gerade nicht gewaschen wird. Leider können nicht alle Läden das Eigengewicht vom Netz abziehen, weswegen es praktisch ist, die leichten Wäschenetze statt der schwereren Baumwollnetze zu benutzen.

 

Einkäufe im Wäschenetz
Einkäufe im Wäschenetz

Beatrice Anton schreibt auf ihrem Blog www.reisezeilen.de über nachhaltiges Reisen und gibt Denkanstöße zu verschiedensten Themen rund um Nachhaltigkeit.

Ich finde, im Prinzip sind die Grundregeln zur Plastikvermeidung auf Reisen ähnlich, wie zu Hause. In Aachen wie überall auf der Welt habe ich (je nach dem, was ich vorhabe) mein Basis-Equipment dabei: Stofftasche zum Einkaufen, Wasserflasche zum Auffüllen und eine Foodbox für Snacks. Wäre ich Kaffeetrinker, würde sich noch ein „To Go“-Becher anbieten. Auf Reisen kommt dann noch ein Besteck dazu. Damit ist man schon ziemlich gut ausgestattet und kann gekonnt Plastiktüten, -besteck und -flaschen vermeiden und sich (Street) Food in Behälter füllen lassen. Meine neuste Anschaffung ist ein Edelstahlbecher, den ich in Zukunft auf Flügen nutzen will, um mir Getränke dort einfüllen zu lassen und nicht in diese unsäglichen Plastikbecher. Man muss nur im entscheidenden Moment daran denken. Genau wie man beim Bestellen darum bitten kann, den Plastiktrinkhalm wegzulassen. Wenn man sich das zur Gewohnheit macht, funktioniert es aber ziemlich gut.


Mia Marjanovic bloggt auf www.heylilahey.com über Fair Fashion, Reisen, Naturkosmetik und andere spannende Themen.

Auf Reisen versuche ich Hotels oder Hostels zu buchen, die einen Wasserspender anbieten, damit ich meine Edelstahl-Trinkflasche immer auffüllen und den Verbrauch von Plastikflaschen reduzieren kann. Mit ein bisschen Recherche klappt das ganz gut und zuletzt in Bali hatte jedes meiner Hotels einen Wasserspender, da wir beim Buchen auf die Umweltfreundlichkeit der Unterkünfte geachtet haben. Außerdem versuche ich immer den Plastikstrohhalm abzubestellen. Da muss man aber sehr aufmerksam und auch meistens dabei sein, wenn der Drink zubereitet wird. Der Griff zum Strohhalm ist für Barkeeper*innen meist einfach automatisch. Was ich sehr gut vermeiden kann sind Plastiktüten: Ich bringe einfach immer 2-3 verschiedene Beutel auf meinen Reisen mit. Einen großen Jutebeutel, der angenehm zu tragen ist, sowie zwei kleinere, dünnere Beutel, die ich überall in meinen Handtaschen verstauen kann. Dazu habe ich immer noch einen "Göffel" (ein Mix aus Gabel und Löffel) zum Zusammenklappen aus Edelstahl dabei, kleine, feine Baumwolltücher (welche fürs Gesicht und welche, die ich als Taschentuch einsetze), eine Metalldose, um Essen einzupacken sowie einen Metallstrohhalm. Plastik kann ich leider nicht immer vermeiden, aber ich habe meinen Verbrauch mit diesen Tipps auf jeden Fall sehr stark reduziert und lebe viel aufmerksamer, was meinen Plastikverbrauch angeht.

 

Mia Marjanovic beim WDC-Beach-Clean-up an der Ostsee
Mia Marjanovic beim WDC-Beach-Clean-up an der Ostsee


Jennifer Hauwehde veröffentlicht auf ihrem Blog www.mehralsgruenzeug.de vegane Rezepte und Beiträge rund um ihren nachhaltigen Lebensstil.

Konsumverhalten beobachten: Plastik zu vermeiden bedeutet, zu planen. Wann ich wo einkaufe, zum Beispiel. Dafür ist es nützlich, seinen Vorratsschrank und das eigene Ess-Konsumverhalten genau zu kennen: Was brauche ich innerhalb einer Woche auf? Was muss ich nur alle zwei, drei oder vier Wochen nachkaufen?

Das erfordert ein wenig Übung und Erfahrung – aber man bekommt den Dreh eigentlich relativ schnell raus. Und dann kann man auch genau die Gläser und Beutel einpacken, die man beim Einkaufen (zum Beispiel im Unverpacktladen) benötigt.

Planen: Ich kaufe viel im Unverpacktladen ein. Nach einer Anfangsphase, in der man sich erstmal mit dem nötigen Befüllmaterial (Jutebeutel und Gläser) ausstatten musste und daher immer eine gute Ausrede parat hatte, um im Vergessens-Notfall wieder ein neues Glas oder einen zusätzlichen (kleinen oder großen) Beutel zu kaufen, muss man irgendwann einsehen, dass man genug von beidem besitzt und anfangen, zu planen.

Das bedeutet konkret, immer ein oder zwei Beutel für den spontanen Einkauf im Rucksack dabeizuhaben. Aber auch zu wissen, was man benötigt und sich genügend Zeit zum entspannten Einkaufen im Terminkalender freizuhalten (ideal ist ein fester Tag in der Woche).

Fertigprodukte meiden: Das meiste Plastik wird aktuell dazu verwendet, Fertigprodukte (ob Lebensmittel oder Waschmittel bis hin zu den Hygieneprodukten) einzupacken.

Man kann nicht alles, aber viel umgehen, indem man (falls man beispielsweise keinen Unverpacktladen in der Nähe hat) wieder viel selbst herstellt und frisch kocht.

Einfach mal verzichten: Wir kennen es alle: Man sieht im Supermarkt etwas verführerisch aufblitzen – und hat sofort Lust darauf.

Das ist nicht verwerflich – sondern im Gegenteil ganz natürlich. Und man muss sich auch nicht selbst kasteien, weil der Tofu in Plastik eingepackt ist. Aber es lohnt sich (auch für die eigene Psyche), dem Verlangen nicht immer sofort nachzugeben und das Produkt ab und zu einfach im Regal stehen zu lassen und sich für diesen Tag Alternativen zu suchen, die man mindestens genauso gerne mag, die aber vielleicht ohne Plastikverpackungen auskommen (selbstgemachter Hummus zum Beispiel).

Verpackungen wiederverwenden: Manchmal lassen sich Verpackungen doch nicht vermeiden. Das kann bisweilen frustrierend bis ärgerlich sein. Um die Lebensdauer wenigstens ein bisschen zu verlängern, verwende ich Verpackungen wieder (als Einkaufstüte beim Bäcker oder für Schrauben im Werkzeugkasten).

Lebensmittel in Glasbehältern

Mit WDC die Meere vor Plastikmüll retten

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Plastik