Der Blackfish-Effekt – Teil VII

Obwohl Orca Tilikum, die Hauptfigur des 2013 erschienen Films BLACKFISH, Anfang des Jahres verstorben ist, wird sein Schicksal auch durch den Film weiterhin in die Welt getragen. Tilikum und BLACKFISH haben in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, dass sich die Haltung der Menschen weltweit gegenüber Delfinarien und besonders der Haltung von Orcas in Betonbecken verändert hat. Wir haben die Ereignisse in unserer Orca-Chronologie und der Blackfish-Effekt-Serie zusammengefasst.

Laut SeaWorld starb Tilikum an einer Lungenentzündung, die durch antibiotikaresistente Bakterien verursacht wurde. WDC und andere Organisationen haben den Direktor des Unternehmens in einem offenen Brief aufgefordert, die Ergebnisse der Nekropsie von Tilikum und des kürzlich verstorbenen Orca-Babys Kyara öffentlich zugänglich zu machen. 

Ende der Orca-Shows

Im SeaWorld-Park in San Diego wurden im Januar die Orca-Shows in ihrer bisherigen Form eingestellt. Dies wurde bereits im Jahr 2015 bekannt gegeben. In den beiden anderen Parks des Unternehmens in den USA sollen die zirkusähnlichen Shows mit lauter Musik jedoch bis zum Jahr 2019 weiter stattfinden. 


Weiterer Besucher-Rückgang

Im zweiten Quartal 2017 gingen die Besucherzahlen in den SeaWorld-Parks weiter zurück und die Aktien sanken auf ein neues Rekordtief. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 kamen 353.000 Besucher weniger in die drei Parks in den USA. SeaWorld hat viel Geld in eine Kampagne investiert, die den Ruf des Unternehmens verbessern sollte, der vor allem nach dem Erscheinen von BLACKFISH in der Öffentlichkeit gelitten hat. Der Wert der Aktien von SeaWorld Entertainment sank um mehr als sechs Prozent, laut Handelsblatt hatte „das Unternehmen „mit seinem Umsatz die Erwartungen verfehlt“. Wie die Zeitung Los Angeles Times im Dezember 2016 berichtete, musste SeaWorld Entertainment mehr als 300 seiner Mitarbeiter entlassen. Allein im Park in Kalifornien sind in der Hochsaison über 4.000 Mitarbeiter angestellt. Mehreren Medienberichten zu Folge laufen seit Mitte dieses Jahres Ermittlungen gegen SeaWorld aufgrund von öffentlichen Aussagen zur Auswirkung des Films BLACKFISH auf das Unternehmen. Aktionäre hatten sich beschwert, dass sie nicht ausreichend über die Folgen durch den Film informiert wurden beziehungsweise sogar in die Irre geführt wurden. 

Vancouver Aquarium beendet Wal- und Delfinhaltung

Während es in den USA ca. 30 Delfinarien gibt, werden in Kanada momentan noch in zwei Einrichtungen Wale und Delfine gehalten: im Vancouver Aquarium und im umstrittenen Marineland in Ontario. Das Vancouver Aquarium liegt auf dem Gelände des Vancouver Stanley Park und unterliegt somit der Park-Administration. Das Zuständige Komitee hat im Mai dieses Jahres entschieden, dass die Wal- und Delfinhaltung in der Einrichtung bis 2029 abgeschafft werden soll. Die Verantwortlichen des Aquariums haben allerdings im Juni ein Gerichtsverfahren eingeleitet, dass die Entscheidung des Komitees anfechten soll. Als Argumente führt das Unternehmen an, dass das Komitee nicht die Entscheidungsgewalt für eine solch gravierende Änderung habe, die Argumente des Aquariums im Vorfeld nicht ausreichend gehört wurden und eine große Investition in einen Ausbau des Aquariums bereits getätigt wurde. Der Ausgang dieses Verfahrens wird mit Spannung erwartet.

Hier geht es zu den vorherigen Teilen der Blackfish-Effekt-Reihe:
Der Blackfish-Effekt – Teil I
Der Blackfish-Effekt – Teil II
Der Blackfish-Effekt – Teil III
Der Blackfish-Effekt - Teil IV
Der Blackfish-Effekt – Teil V
Der Blackfish-Effekt – Teil VI

Orcas in captivity