ASCOBANS

WDC hat sich im Rahmen von ASCOBANS, dem ersten Schutzabkommen für Wale und Delfine unter der Schirmherrschaft des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Bonner Konvention oder CMS, Convention for Migratory Species of Wild Animals), vieler Bedrohungen für Wale und Delfine in der Abkommensregion angenommen. Dazu zählt unter anderem das andauernde Beifangproblem durch europäische Fischereien.

ASCOBANS ist die Abkürzung für das regionale CMS-Abkommen zum Schutz von Kleinwalen in Nord- und Ostsee, im Nordöstlichen Atlantik sowie der Irischen See.

ASCOBANS hat sich zum Ziel gesetzt, internationale Schutzbemühungen und wissenschaftliche Forschungsarbeit zu Zahnwalen (zu denen auch die Delfine gehören), mit Ausnahme des Pottwals, in dieser Region zu unterstützen.

ASCOBANS wurde 1991 beschlossen und trat 1994 in Kraft, ursprünglich als Abkommen zur Erhaltung von Kleinwalen der Ost- und Nordsee. 2008 wurde die Abkommensregion erweitert, was sich im heutigen Namen widerspiegelt. 

Viele Kleinwal- und Delfinarten leben in der Ostsee, in der Irischen sowie in der Nordsee, als auch im nordöstlichen Atlantik. Der Schweinswal ist die am häufigsten vorkommende Kleinwalart in der Nordsee und die einzige Walart in der Ostsee. Aus diesem Grund ist er auch zum „Wappentier“ des Abkommens gekürt worden. WDC setzt sich seit Jahren für das Überleben des kleinen Wals in Deutschland ein.

Bedrohungen für Wale, Delfine und Tümmler in der ASCOBANS-Region 

Menschliche Aktivitäten gefährden Wale, Delfine und Tümmler in diesen Regionen auf verschiedene Art und Weise. Dazu zählen z. B. Lebensraumverust, Umweltverschmutzung (einschließlich chemischer Verschmutzung und Lärm) und Beifang. Jedes Jahr verfangen sich tausende Wale, Delfine und Tümmler in solchen Netzen und verenden qualvoll.

Welche Länder haben ASCOBANS unterzeichnet?

Zu den Vertragsstaaten gehören Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Schweden und das Vereinigte Königreich. Länder innerhalb der ASCOBANS-Region, die das Abkommen jedoch noch nicht unterzeichnet haben, sind u. a. Estland, Irland, Lettland, Norwegen, Portugal, Russland und Spanien.

Die wichtigsten Arten, die unter dem Abkommen geschützt sind:

andere Schnabelwale der Familie der Zahnwale (Ziphiidae)

Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der Meeressäuger

Erhaltung und Management der Lebensräume - dazu zählen: die Freisetzung von Schadstoffen zu verhindern, die eine potentielle Bedrohung darstellen; die Entwicklung alternativer Fischereimethoden, um den Beifang zu reduzieren; das Reduzieren von herrenlos herumtreibenden Geisternetzen im Meer; Maßnahmen zur Vorbeugung von Nahrungsknappheit sowie Maßnahmen in Bezug auf sämtliche andere Störungen, insbesondere Lärmbelästigung..

Forschung und Beobachtung – mehr Forschung ist nötig, um den Status sowie die saisonalen Wanderungen der Wale und Delfine besser einzuschätzen und Gebiete zu identifizieren, die für das Überleben der Tiere von besonderer Bedeutung sind;

Beifänge und Strandungen – Ein besseres Erfassungssystem ist notwendig, um zum Beispiel Gewebeproben für weitere Studien zu sammeln und mögliche Todesursachen zu ergründen. Die gesammelten Informationen sollen in einer internationalen Datenbank verfügbar gemacht werden.

Gesetzgebung – dazu gehören: Bemühungen um ein Verbot von absichtlichem Fang und Tötung von Kleinwalen unter nationalem Recht  - falls nicht bereits geschehen; Bemühungen, eine Auflage zu schaffen, die die sofortige Freilassung von lebend aufgefundenen und sich in guter Verfassung befindlichen Tieren veranlasst

Information und Aufklärung – der Öffentlichkeit sollen ausreichend Informationen zur Verfügung stehen, um die Ziele des Abkommens unterstützen zu können; dazu zählen im Besonderen die Meldung von Sichtungen und Strandungen; Fischern soll die Meldung von Beifang und die Übergabe von beigefangenen Exemplaren zu Forschungszwecken erleichtert werden.

WDC setzt sich für sichere Schutzgebiete in Deutschland ein und arbeitet bei den ASCOBANS Tagungen regelmäßig als Nichtregierungsorganisation in verschiedenen Arbeitsgruppen mit.