Zwergschwertwal

Feresa attenuata
Synonyme: 
  • Zwergschwertwal
  • Zwerggrindwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,60 m
  • Weibchen: 2,50 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 225 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Delfine
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Über diese Delfinart wissen wir nur wenig, da es kaum Sichtungen gibt. Der Zwergschwertwal ist zwar weit verbreitet, scheint aber von Natur aus selten zu sein. Anders als sein Name vermuten lässt, zeigt er kaum Ähnlichkeiten zum Schwertwal.

Morphologie: 

Der Zwergschwertwal hat einen relativ kleinen und schlanken Körper mit einem gerundeten Kopf ohne Schnabel. Die Rückenflosse ist hoch und sichelförmig. Der Oberkiefer trägt 16 bis 24, der Unterkiefer 20 bis 26 scharf zugespitzte Zähne. Die Brustflossen sind lang und abgerundet. Die Körperfarbe ist hauptsächlich schwarz oder dunkelgrau mit einem einigermaßen deutlichen, aber schmalen schwarzen Cape. Manche Zwergschwertwale haben weiße Kratzer oder Narben. Schnauze, Kinn und Lippen sind bei der Mehrzahl der Tiere artspezifisch weiß gefärbt. Außerdem haben sie einen weißen Streifen am Bauch, der sich zur Genitalregion hin verbreitert. Der Zwergschwertwal kann mit dem Kleinen Schwertwal und dem Breitschnabeldelfin verwechselt werden, hat aber im Vergleich zu diesen einen rundlicheren Kopf und gerundetere Brustflossen sowie ein dunkleres Cape. Außerdem sind seine Gruppengrößen meist geringer. Kleine Schwertwale haben gar kein Cape und Breitschnabeldelfine keine Narben.

Verhalten: 

Die übliche Gruppengröße der Zwergschwertwale liegt zwischen 12 und 50 Tieren, wenngleich schon Ansammlungen von mehreren hundert registriert wurden. Die Gruppen schwimmen in koordinierten Reihen - wenn sie allerdings beunruhigt werden, lösen sie die Reihen auf und schließen sich enger zusammen. Im Allgemeinen meiden sie Schiffe, aber gelegentlich reiten sie auf Bugwellen. Bei ruhiger See lassen sie sich manchmal an der Wasseroberfläche treiben. Zwergschwertwale sind generell langsame Schwimmer, können aber nötigenfalls stark beschleunigen. Sie springen nur selten, schauen sich aber gelegentlich über Wasser um oder klatschen mit der Fluke aufs Wasser. Zwergschwertwale scheinen tiefe Gewässer in warmen Regionen zu bevorzugen. Rund um einige hawaiianische Inseln zeigen sie ein gewisses Maß an Standortstreue. Soweit man bisher weiß, sind die sozialen Bande stark und stabil. Vermutlich ernähren sich Zwergschwertwale hauptsächlich von verschiedenen Fischen und Kalmaren, aber es wurden auch Jagden auf andere Delfine beobachtet, besonders auf jene, die in Interaktionen mit der Fischerei im tropischen Ostpazifik involviert sind.

Verbreitung: 

Zwergschwertwale leben in den tropischen und subtropischen Bereichen aller Ozeane. Sie kommen selten nahe zur Küste, außer dort, wo Tiefengewässer nicht weit vom Land entfernt sind, z.B. bei ozeanischen Inseln wie Hawaii. Der Zwergschwertwal ist einer ganzen Reihe anthropogener Gefahren ausgesetzt, was umso schwerer wiegt, als die Art offenbar von Natur aus nicht häufig ist. Überfischung hat die Populationen einiger Nahrungsfische des Zwergschwertwals stark dezimiert. Treibjagden in Japan, der Karibik, Indonesien und Sri Lanka zielen auch auf den Zwergschwertwal und hunderte Tiere dieser Art sterben Jahr für Jahr als Beifang in Kiemennetzen. Darüber hinaus sind sie anfällig für starken anthropogenen Lärm, könnten vom Klimawandel betroffen sein und verschlucken irrtümlich im Meer treibenden Müll. Die einzige Populationsschätzung für den Zwergschwertwal, ca. 39.000 Individuen, bezieht sich auf die Population des tropischen Ostpazifiks. Die IUCN führt die Art in der Kategorie „Datengrundlage ungenügend”.

Verbreitungskarte: