Zwergpottwal

Kogia breviceps
Synonyme: 
  • Zwergpottwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,70 m
  • Weibchen: 3,80 m
  • Geburtsgröße: 1,20 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 450 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
  • Fische
  • Garnelen
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

So wie der Kleinstpottwal scheint auch der Zwergpottwal über einen ungewöhnlichen Abwehrmechanismus zu verfügen. Bei Beunruhigung entlässt er vor dem Abtauchen eine Wolke rotbrauner Eingeweideflüssigkeit. Dies könnte ähnlich wie der Tintenausstoß bei Tintenfischen als Ablenkköder wirken. Zwergpottwal und Kleinstpottwal schauen sich sehr ähnlich und wurden erst 1966 als zwei eigene Arten erkannt.

Morphologie: 

Der Zwergpottwal hat einen vergleichsweise kleinen, stämmigen Körper und einen Quadratschädel. Das einzelne Atemloch sitzt ein wenig links von der Mitte. Er hat einen kleinen, zurückgesetzten Unterkiefer mit 18 bis 32 Zähnen, dazu manchmal 6 Zähne im Oberkiefer. Hinter seinen Augen befinden sich falsche Kiemen, die möglicherweise eine Anpassung sind, um Haie, ihre wichtigsten Prädatoren, nachzuahmen. Wegen seines zurückgesetzten Unterkiefers und seiner falschen Kiemen kann der Zwergpottwal bei Sichtungen oder Strandungen auf den ersten Blick für einen Hai gehalten werden. Die Hautfarbe ist oberseits grau bis blaugrau und wird bauchwärts heller. Der Bauch selbst ist weißlich, manchmal blassblau oder rosa getönt. Vor dem Auge befindet sich ein kleiner, weißer Kreis, während das Auge selbst schwarz eingerahmt ist. Bei Sichtungen kann der Zwergpottwal mit dem sehr ähnlichen Kleinstpottwal verwechselt werden. Selbst bei gestrandeten Tieren ist manchmal eine genetische Untersuchung zur Artbestimmung nötig.

Verhalten: 

Es gibt nur wenige Beobachtungen lebender Zwergpottwale, der Großteil unseres Kenntnisstandes über diese Art ist daher aus gestrandeten Individuen abgeleitet. Wenn sie auf dem Meer gesehen werden, dann rasten sie meist regungslos auf dem Wasser treibend, wobei Rücken und Kopf sichtbar sind, während der Schwanz nach unten hängt. Zwergpottwale sind langsame, bedächtige Schwimmer. Anders als die meisten anderen Waltiere ihrer Größe tauchen sie nicht mit einer Abrollbewegung, sondern lassen sich wie ein Stein nach unten fallen. Meistens sind Zwergpottwale einzeln oder in Kleingruppen aus bis zu 6 oder 7 Tieren unterwegs. Gelegentlich springen sie. Schiffen gehen sie eher aus dem Weg, aber wenn sie an der Oberfläche rasten, lassen sie manchmal eine Annäherung zu. Zwergpottwale sind stimmlich nicht sehr aktiv, verwenden auf der Jagd aber vermutlich Klicks zur Echolokation ihrer Beute.

Verbreitung: 

Sie werden zwar nicht kommerziell gejagt, aber in manchen Regionen werden Zwergpottwale in kleinerer Zahl in Küstennähe getötet. Sie bevorzugen größere Wassertiefen in den wärmeren tropischen bis gemäßigten Gewässern aller Ozeane. Die Sichtungen von Zwergpottwalen sind über die ganze Welt verstreut, aber die meiste Information über ihre Verbreitung stammt nach wie vor von Strandungen. Der Weltbestand des Zwergpottwals ist unbekannt und sein IUCN-Status ist „ungenügende Datengrundlage”. Die größten Gefährdungsfaktoren sind vermutlich Umweltveränderungen, Müll und anthropogener Lärm.

Verbreitungskarte: