Weißschnauzendelfin

Lagenorhynchus albirostris
Synonyme: 
  • Weißschnauzendelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 3,10 m
  • Weibchen: 2,83 m
  • Geburtsgröße: 1,10 - 1,20 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 350 kg
Nahrung: 
  • Mesopelagische und schulenbildende Fische (u.a. Dorschartige, Hering, Wittling, Dorsch und Schellfisch)
  • Kalmare
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
100000
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen der Nord- und Ostsee)
Taxonomie: 

Ihrem Artnamen zum Trotz haben viele Weißschnauzendelfine nicht weiße, sondern graue oder schwarze Schnauzen. Die Farbe des Schnabels ist also sehr variabel, aber seine Spitze ist stets weiß. Der Weißschnauzendelfin kommt weiter nördlich vor als jede andere Lagenorhynchus-Art und ist sogar bis an den Rand des arktischen Packeises anzutreffen. Die jüngsten genetischen Analysen werden vermutlich bald dazu führen, dass die anderen Arten der Gattung Lagenorhynchus taxonomisch neu eingeordnet werden und der Weißschnauzendelfin künftig alleine diese Gattung bilden wird.

Morphologie: 

Der Weißschnauzendelfin hat einen kurzen, dicken Schnabel und eine kaum gewölbte Melone. Die Rückenflosse ist hoch, zugespitzt und leicht sichelförmig. Sie wird ebenso wie die Schwanzflosse mit zunehmendem Alter proportional größer. Die Brustflossen sind zugespitzt, breit und lang (fast ein Fünftel der Körperlänge). Ein schwarzes oder dunkelgraues Cape erstreckt sich bis unterhalb der Rückenflosse. Entlang der Flanken zieht sich ein weißer oder blassgrauer Streifen von der Höhe der Brustflossen bis zur Höhe der Rückenflosse. Ein hellgrauer oder weißer Sattelfleck hinter der Finne bedeckt auch den Großteil der Schwanzwurzel. Bauch, Wangen und Kehle sind weiß und manche Tiere haben eine dunkle Linie zwischen Mundwinkel und Brustflosse. Die dunkle Melone ist von einem gräulichen Halsband vor dem Blasloch abgesetzt. Verwechslungen sind mit dem Atlantischen Weißseitendelfin möglich, der aber an seinem charakteristischen gelben Fleck am Schwanzansatz erkennbar ist.

Verhalten: 

Weißschnauzendelfine sind schnelle, kraftvolle Schwimmer. Sie können sich zwar ausweichend verhalten, sind aber andererseits als sehr aktive Art bekannt, die oft springt oder springschwimmt und in vielen Teilen ihres Verbreitungsgebietes auch gerne auf Bugwellen reitet. Ihre typische Gruppengröße liegt zwischen 5 und 50 Tieren, aber es ist auch nicht ungewöhnlich, Herden aus mehreren hundert oder sogar aus tausenden Weißschnauzendelfinen zu sehen. Manchmal vergesellschaften sich Weißschnauzendelfine mit Furchenwalen, z.B. Finn- oder Buckelwalen, und bei der Nahrungssuche bilden sie oft gemischte Schulen mit Atlantischen Weißseitendelfinen und Großen Tümmlern.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Weißschnauzendelfins sind die kalttemperaten, subpolaren Gewässer des Nordatlantiks. Im Westatlantik sind sie südwärts bis Cape Cod (Massachusetts) anzutreffen, im Ostatlantik dagegen kaum weiter südlich als Großbritannien. Weißschnauzendelfine werden in mehreren Ländern gezielt gejagt, aber nirgendwo in großem Stil. Weitere Gefahren für diese Art sind der Beifang in der Fischerei, die Umweltverschmutzung sowie Schiffskollisionen und der Klimawandel. Es gibt nur sehr wenige Schätzungen des Weltbestandes an Weißschnauzendelfinen, man geht hier von fünf- oder sechsstelligen Zahlen aus. Die IUCN betrachtet die Art als nicht gefährdet.

Verbreitungskarte: