Stejneger-Schnabelwal

Mesoplodon stejnegeri
Synonyme: 
  • Stejneger-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 5,70 m
  • Weibchen: 5,50 m
  • Geburtsgröße: 2,10 - 2,30 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 1.600 kg
Nahrung: 
  • Kalmare (Gonatidae und Cranchiidae)
  • Sowie gelegentlich Fische
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Wie bei anderen Schnabelwalarten beziehen wir den Großteil unserer Kenntnisse über die Biologie dieser Art aus gestrandeten Exemplaren, vor allem von der Westküste Japans und den Aleuten. Die Strandungen scheinen sich im Winter und Frühling zu häufen, was als Indiz für eine Nord-Süd-Migration des Stejneger-Schnabelwals gesehen wird. Andererseits gibt es auch Hinweise darauf, dass sowohl im Japanischen als auch im Ochotskischen Meer eine standortstreue Population lebt. Der Stejneger-Schnabelwal gilt als einzige regelmäßig vor Alaska auftretende Art der Zweizahnwale (Mesoplodon).

Morphologie: 

Bei dieser Art handelt es sich um einen kleinen, spindelförmigen Wal mit relativ kleinem Kopf, flacher Stirn und gewölbter Mundlinie. In der Mitte des Unterkiefers entspringen bei den Männchen zwei große, spatelförmige Zähne. Bei manchen Exemplaren werden diese Zähne sehr groß und biegen sich zueinander, bis sie in den Oberkiefer einschneiden und so die Öffnung des Mauls behindern. Die Weibchen haben diese Zähne nicht und ihre Mundlinie ist auch weniger stark gewölbt. Der Stejneger-Schnabelwal hat eine kleine, dreieckige Rückenflosse, die am Körper weit hinten sitzt. Die Körperfärbung ist oberseits überwiegend schwarz, dunkelgrau oder braun und wird zum Bauch hin heller. Oft sind die Wale mit weißen linearen Narben oder Flecken bedeckt. Manche Tiere tragen auf der Unterseite ihrer dreieckigen Schwanzflosse ein weißliches Sternstrahlenmuster. Der Nacken ist blasser, aber dieses Merkmal variiert individuell. Der Stejneger-Schnabelwal kann mit dem Japanischen, dem Blainville- und dem Hubbs-Schnabelwal verwechselt werden. Bei näherer Beobachtung kann man ihn aber anhand der Unterschiede in der Färbung erkennen.

Verhalten: 

Stejneger-Schnabelwale leben in Kleingruppen von drei oder vier Tieren, die sich manchmal zu größeren Gruppen von bis zu 15 Walen zusammenfinden. Sie schwimmen dicht beieinander und im Gleichklang. Sie sind scheu und lassen eine Annäherung nicht zu, weshalb es auch wenige Sichtungen gibt. Man nimmt an, dass sie sich von Tiefseekalmaren ernähren und tiefe Gewässer an bzw. jenseits von Kontinentalabbrüchen bevorzugen.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Stejneger-Schnabelwals sind die kaltgemäßigten Gewässer des Nordpazifiks und der südwestlichen Beringsee. In den letzten Jahren wurde der Stejneger-Schnabelwal gemeinsam mit dem Cuvier-Schnabelwal von japanischen Walfängern ins Visier genommen und zusätzlich ist die Art von Fischernetzen bedroht, in denen sie sich verfangen und ertrinken. Wie andere Schnabelwale könnten sie auch von starkem anthropogenem Lärm betroffen sein. Weitere Gefährdungsfaktoren sind die Auswirkungen des Klimawandels und das Verschlucken von Müll, der den Verdauungstrakt verschließen und so zum Tod führen kann. Es liegen keine Bestandsschätzungen für den Stejneger-Schnabelwal vor, die IUCN führt die Art daher in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage”.

Verbreitungskarte: