Seiwal

Balaenoptera borealis
Synonyme: 
  • Seiwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 17 m
  • Weibchen: 20 m
  • Geburtsgröße: 5 - 5 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 45.000 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Krill
Weltbestand, geschätzt: 
40000
IUCN-Kategorie: 
EN
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
I, II
Taxonomie: 

Der Seiwal ist die am wenigsten bekannte Art aus der Familie der Furchenwale. Bei Sichtungen kann er mit anderen Arten dieser Familie verwechselt werden, etwa mit Finn- oder Brydewalen. Es gibt sogar dokumentierte Paarungen zwischen Finn- und Seiwalen. Es gibt zwei anerkannte Unterarten: den Nördlichen Seiwal (B. b. borealis) und den Südlichen Seiwal (B. b. schlegelii).  Der Name “Sei” kommt vom norwegischen Wort für Seelachs. Seiwale ernähren sich zum Teil von diesen Fischen und sind daher oft in der Nähe von Seelachs-Schwärmen anzutreffen. 

Morphologie: 

Im Gegensatz zum Brydewal hat der Seiwal nicht drei Kopfleisten, sondern nur eine einzelne, die von der Schnauzenspitze bis zu den Blaslöchern verläuft. Der Finnwal wiederum unterscheidet sich vom Seiwal am deutlichsten durch seinen asymmetrischen weißen Unterkiefer. Beim Fressen nehmen Seiwale nicht wie die anderen Furchenwale große Mengen an Wasser auf, um Nahrung herauszufiltern. Stattdessen durchsieben sie das Wasser beim Schwimmen. Aus diesem Grund besitzen sie kürzere Kehlfurchen und feinere Bartenplatten mit dicht angeordneten Borsten, welche die Effizienz der Nahrungsaufnahme erhöhen. Die Rückenflosse des Seiwals ist sichelförmig. Seiwale halten ihre Schwanzflosse selten über die Wasseroberfläche, aber während kürzerer, weniger tiefer Tauchgänge kann man ihrem „Flukenabdruck” im Wasser folgen. Die Färbung des Seiwals reicht von gräulich-blau über dunkelgrau bis zu bräunlich bei manchen Individuen.

Verhalten: 

Wegen seiner Art der Nahrungsaufnahme bleiben Rücken und Finne des Seiwals über längere Zeitstrecken sichtbar als bei anderen Großwalen. Seiwale springen gelegentlich in einem flachen Winkel, wobei sie auf dem Bauch landen. Sie können hohe Geschwindigkeiten erreichen und beim Schwimmen sind Atemlöcher und Rückenflosse gleichzeitig sichtbar. Seiwale kommen in fast allen Meeresregionen vor, ausgenommen im Mittelmeer und Schwarzen Meer. Ihre sommerlichen Nahrungsgründe liegen in der Subarktis und Subantarktis. Meist sind sie in Kleingruppen unterwegs, an Orten reichen Nahrungsangebotes kann es aber zu größeren Ansammlungen kommen. Man nimmt an, dass sie im Winter in wärmere Gewässer niedrigerer Breitengrade wandern. Die Mehrzahl der Seiwale lebt auf der Südhalbkugel. Zwischen den Populationen der Nord- und der Südhemisphäre gibt es keinen genetischen Austausch. Seiwale können bei manchen Inseln in Küstennähe gesehen werden, aber nur sehr selten in der Nähe von Festlandsküsten.

Verbreitung: 

Die Populationen des Seiwals wurden durch die kommerzielle Walfangindustrie sehr stark dezimiert. Heute gilt die Art als stark gefährdet (IUCN, 2008). Wie bei anderen Großwalen auch sind die Gefährdungsfaktoren Lärm (z.B. Sonar), chemische Verschmutzung, Schiffskollisionen, der Klimawandel und das Ertrinken in Fischernetzen.

Verbreitungskarte: