Schwarzdelfin

Lagenorhynchus obscurus
Synonyme: 
  • Schwarzdelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,10 m
  • Weibchen: 2,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 85 kg
Nahrung: 
  • Fische (Sardellen, Laternenfische)
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Eine der allerersten Untersuchungen über Schwarzdelfine mittels Photo-Identifikation wurde vor Patagonien (Argentinien) durchgeführt. Gleichzeitig wurde diese Art vor Peru zusammen mit mehreren anderen Wal- und Delfinarten zu tausenden gefangen. So wurden 1985 etwa 10.000 Schwarzdelfine getötet und die Bestände wurden im Lauf der Jahrzehnte schwer geschädigt. Heute ist die Jagd zwar gesetzlich verboten, dürfte aber in weit geringerem Maße immer noch stattfinden. Derzeit sind drei Unterarten anerkannt: L. o. fitzroyi – der Fitzroy-Schwarzdelfin, L. o. posidonia – der Peruanische und Chilenische Schwarzdelfin und eine noch unbenannte Unterart, der Neuseeland-Schwarzdelfin. 

Morphologie: 

Der Schwarzdelfin ist mittelgroß und kräftig gebaut. Seine Rückenflosse ist groß und sichelförmig, die langen Brustflossen sind zugespitzt und haben eine gebogene Vorderkante, die Schwanzflosse ist in der Mitte gekerbt und hat eine konkave Hinterkante. Der Rücken ist dunkelgrau bis blauschwarz. Die Rückenflosse ist an der Vorderkante wie der Rücken gefärbt und wird dann verlaufend heller bis zum Hellgrau der Hinterkante. Die dunkle Melone verläuft in ein helleres Gesicht und einen stumpfen, kurzen, dunklen Schnabel. Die Zeichnung besteht in einem zweizackigen weißen Feld vom Schwanzansatz bis auf Höhe der Rückenflosse, sowie einem grauen Bereich, der sich vom Gesicht die unteren Flanken entlangzieht. Die dunklen Brustflossen kontrastieren mit dem Weiß von Bauch und Kehle. Der Schwarzdelfin ähnelt dem Pazifischen Weißstreifendelfin, aber die Verbreitungsgebiete dieser Arten überlappen sich nicht. Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem Peale-Delfin, der aber durch seine schwarze „Maske” eindeutig gekennzeichnet ist.

Verhalten: 

Schwarzdelfine sind schnelle, eifrige Schwimmer. Sie gehören zu den akrobatischsten Delfinen und vollführen erstaunlich hohe Sprünge, Saltos und Drehungen. Wenn ein Delfin zu springen beginnt, folgt ihm oft der Rest der Gruppe. Schwarzdelfine begegnen Schiffen mit großer Neugierde, daher kann man sich ihnen gut nähern. Sie sind ausgesprochen sozial und schließen sich auch zu Gruppen von mehreren hundert Tieren zusammen. In Verbindung mit ihrem akrobatischen Verhalten verschafft ihnen dies hohe Beliebtheit bei Delfinbeobachtern. Oft sieht man sie auch zusammen mit anderen Delfinen und Walen sowie mit Seevögeln. Schwarzdelfine gelten nicht als wandernde Tierart, wenngleich schon beobachtet wurde, wie Einzeltiere sehr große Strecken zurücklegen. Sie ernähren sich oberflächennah von Sardellen sowie von Tintenfischen, Dorschartigen und Laternenfischen.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Schwarzdelfins sind die küstennahen Gewässer bzw. die Bereiche über den Kontinentalsockeln. Die Wissenschaft hat drei Unterarten identifiziert: (1) L. o. obscuras vor Namibia und Südafrika, (2) L. o. fitzroyi vor dem südlichen Südamerika und (3) eine noch unbenannte Unterart vor Neuseeland, Australien und verschiedenen Inseln im Indischen Ozean. Genetischen Untersuchungen zufolge gibt es innerhalb dieser Unterarten Subpopulationen, was für Artenschutzmaßnahmen eine große Rolle spielt. Zwischen den Populationen gibt es beträchtliche Unterschiede in der Körpergröße - die größten Schwarzdelfine leben vor Peru. Die Hauptgefahren für diese Art sind gezielte Tötung sowie Beifang in der Fischerei. Über die globalen Bestandszahlen gibt es keine Informationen, daher auch die Einstufung „ungenügende Datengrundlage” durch die IUCN.

Verbreitungskarte: