Schlankdelfin

Stenella attenuata
Synonyme: 
  • Fleckendelfin
  • Pantropischer Fleckendelfin
  • Schlankdelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,60 m
  • Weibchen: 2,40 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 120 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Krustentiere (Krill)
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen des tropischen Ostpazifiks und Südostasiens)
Taxonomie: 

Bekanntheit erlangte der Schlankdelfin als die Art, der im tropischen Ostpazifik von der Thun-Fischerei nachgestellt wurde. Millionen Delfine wurden getötet, da die Fischer ihre Netze auf die Delfine ausbrachten, um die unter ihnen schwimmenden Thunfische zu fangen. Mittlerweile wurden dagegen Gesetze und Fangbeschränkungen erlassen, aber Beifang ist immer noch eine Hauptgefahr für den Schlankdelfin. Man unterscheidet zwei Unterarten: eine Küstenform, S. a. attenuata, die an den Küsten im tropischen Ostpazifik vorkommt, und eine Hochseeform, S. a. grafmanni, in den übrigen Teilen des Verbreitungsgebietes.

Morphologie: 

Der Schlankdelfin ist mittelgroß und stromlinienförmig gebaut. Seine sichelförmige Rückenflosse ist zugespitzt und sehr schmal. Die ebenfalls spitzen Brustflossen sind klein und beiderseits dunkel. Die Körperoberseite trägt ein dunkles Cape, das sich in der Mitte nach unten auf die Flanken erstreckt und hinter der Rückenflosse nach oben zieht. Seiten und Bauch sind heller grau. Schlankdelfine werden auch als Fleckendelfine bezeichnet, da ihr Körper mit Flecken überzogen ist. Deren Zahl hängt vom Alter und von der Region ab - in manchen Gebieten haben sie wenige bis gar keine Flecken. Die küstennahe Unterart ist generell größer und kräftiger, außerdem weist sie einen dickeren Schnabel und mehr Flecken auf. Lippen und Schnabelspitze sind weiß und vom Unterkiefer zieht sich ein dunkler Streifen zu den Brustflossen. Die Kälber werden ungefleckt geboren, ihr Cape ist dunkelgrau und die Seiten wie auch der Bauch sind sehr blass. Heranwachsend entwickeln sie dunkle Flecken auf dem Bauch und helle am Rücken. Die Fleckung wird mit dem Alter immer stärker, bis die einzelnen Flecken schließlich bei älteren Tieren ineinanderlaufen. Verwechslungen sind mit mehreren anderen langschnäuzigen Delfinen möglich, etwa dem Ostpazifischen Delfin, dem Großen Tümmler oder sowie mit dem Atlantischen Fleckendelfin, wo sich ihre Verbreitungsgebiete überlappen. Erkennbar ist der Schlankdelfin an der kleineren, schlankeren Gestalt, dem charakteristischen Cape und der kleineren, schmäleren Rückenflosse.

Verhalten: 

Schlankdelfine sind sehr aktiv und akrobatisch, oft springen sie sehr hoch oder klatschen mit ihrer Seite auf. Sie schwimmen schnell und springen dabei flach und weit. Im Großteil ihres Verbreitungsgebietes reiten sie auf Bug- und Heckwellen, aber im tropischen Ostpazifik haben sie durch die jahrelange Verfolgung gelernt, Schiffe zu meiden. Die Küstenform bildet meist Gruppen von weniger als 100 Tieren, während sich die Hochseeform auch zu tausenden zusammenschließen kann. Schlankdelfine vergesellschaften sich oft mit anderen Delfinen und mit dem Gelbflossen-Thun, was früher von den Fischern zur Lokalisierung der Thun-Schwärme genutzt wurde.

Verbreitung: 

Das Verbreitungsgebiet des Schlankdelfins umfasst den gesamten Bereich tropischer und subtropischer Gewässer rund um den Globus. Dabei bevorzugen sie Gebiete, wo die Oberflächentemperatur des Wassers über 25°C liegt. Der Fischfang stellt eine ernste Gefahr für den Schlankdelfin dar, denn in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fallen sie verschiedenen Fischereien als Beifang zum Opfer. Die zweite Hauptgefährdung ist die direkte Jagd für den menschlichen Konsum, bei der in Japan sehr viele Schlankdelfine getötet werden und in verschiedenen anderen Ländern eine geringere Zahl. Zu den weiteren Gefährdungsfaktoren für diese Art zählen die Lebensraumverschlechterung und Störungen durch Menschen. Es gibt keine Schätzung des Weltbestandes dieser Art, man nimmt aber an, dass sie heute zu den individuenreichsten Waltier-Arten gehört. Dessen ungeachtet scheinen sich manche Populationen, wie die nordöstliche Hochseepopulation, die im Visier der Thunfischerei stand, von ihrer Dezimierung bis heute nicht zu erholen. Die IUCN stuft den Schlankdelfin als nicht gefährdet ein.

Verbreitungskarte: