Peale-Delfin

Lagenorhynchus australis
Synonyme: 
  • Peale-Delfin
  • Schwarzkinn-Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,20 m
  • Weibchen: 2,10 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 115 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
  • Kraken
  • Fische
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Der Peale-Delfin ist die größte der drei südhemisphärischen Lagenorhynchus-Arten. Das Artepithet australis bezieht sich auf die südliche Verbreitung, während der Trivialname Titian Peale gewidmet wurde, der die Art 1848 wissenschaftlich beschrieb. Peale-Delfine sind Endemiten des südlichen Südamerika. In den vergangenen Jahren wurden sie beträchtlicher Zahl getötet, um sie zu verzehren oder als Köder im Krabbenfang zu nutzen, wobei die Tötungsraten vermutlich die Geburtenraten überstiegen haben.

Morphologie: 

Der Peale-Delfin hat einen kräftigen Körper mit einer kurzen, leicht zugespitzten Schnauze und einer hohen, sichelförmigen Rückenflosse. Kopf, Rücken, Brustflossen und Fluke sind schwarz oder dunkelgrau, während die Rückenflosse nur an der Vorderkante dunkelgrau ist und zur Hinterkante hin immer heller wird. Auf der Brustseite befindet sich ein hellgrauer Fleck, der vom Auge bis auf Höhe der Rückenflosse reicht. Ein hellgraues Band läuft von der Fluke über die Schwanzwurzel bis zur Körpermitte, wobei es immer schmäler wird. Hinter den Brustflossen liegt je ein kleiner reinweißer Fleck. Der Bauch ist vorne weiß und wird zunehmend grauer bis zur schwarzen Genitalregion. Entlang der Flanken trennt eine dünne, aber deutliche dunkle Linie den weißen Bauch von den grauen Seiten. Verwechslungen sind mit dem Schwarzdelfin möglich, aber der Peale-Delfin ist an seinem stämmigen Körper, der hohen, sichelförmigen Rückenflosse, der charakteristischen schwarzen Gesichtszeichnung und dem kurzen schwarzen Schnabel erkennbar.

Verhalten: 

Meist bilden Peale-Delfine kleine Gruppen aus 2 bis 13, manchmal 20 Tieren, einzelne Beobachtungen gibt es auch von bis zu 100 Delfinen in einer Gruppe. Sie können sehr akrobatisch sein, für gewöhnlich schwimmen sie aber unauffällig. Manchmal nähern sie sich Schiffen und reiten auf Bug- oder Heckwellen. Sie wurden auch in Gesellschaft anderer Waltiere gesehen, z.B. mit Commerson- oder Rundkopfdelfinen. Peale-Delfine halten sich gerne in küstennahen Kelp-Wäldern (v.a. Riesentang: Macrocystis) auf, wo sie nach Nahrung suchen. Sie ernähren sich von kleinen Kalmaren, Kraken, Fischen und Krustentieren. Die Kälber sind während des Südfrühlings und -sommers zu beobachten. Peale-Delfin leben in den flachen offenen Küstengewässern, aber auch in den Fjorden Südchiles.

Verbreitung: 

Lebensraum der Peale-Delfine sind die Küstengewässer Südamerikas, im Atlantik vom 38., im Pazifik vom 33. Breitengrad südwärts, inklusive Feuerland, Magellan-Straße, Kap Horn und rund um die Falkland-Inseln (Malvinas). Peale-Delfine wurden in großer Zahl getötet, um sie zu Ködern für den Fang von Stein- und Königskrabben in Südchile zu verarbeiten. Obwohl heute wohl weniger Delfine getötet werden als früher, liegt die Tötungsrate vermutlich immer noch über der Geburtenrate. Zusätzlich wird eine beträchtliche Zahl an Delfinen in Küsten-Kiemennetzen unbeabsichtigt gefangen. Auch die zunehmende Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas sowie Aquakulturen und die Degradation der Küstenlebensräume stellen eine Gefahr für diese Art dar. Die Bestandszahlen sind unbekannt, der Peale-Delfin befindet sich in der IUCN-Kategorie „ungenügende Datengrundlage”.

Verbreitungskarte: