Ostpazifischer Delfin

Stenella longirostris
Synonyme: 
  • Spinnerdelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,35 m
  • Weibchen: 2,10 m
  • Geburtsgröße: 0,75 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 82 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Garnelen
Weltbestand, geschätzt: 
1.400.000
IUCN-Kategorie: 
DD (S. l. orientalis: VU)
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen des tropischen Ostpazifiks und Südostasiens)
Taxonomie: 

Es gibt mehrere Formen des Ostpazifischen Delfins und es mangelt nicht an unterschiedlichen Meinungen, ob es sich dabei um verschiedene Arten handelt, oder nur um Varianten ein und derselben Art. Derzeit werden vier Unterarten anerkannt: Die am weitesten verbreitete Nominatform S. l. longirostris kommt in allen gemäßigten und tropischen Meeresregionen vor (außer im tropischen Ostpazifik und manchen Gebieten Südostasiens). Im tropischen Ostpazifik leben in den küstenfernen Bereichen S. l. orientalis bzw. in den küstennahen Zonen S. l. centroamericana. Die Zwergform des Ostpazifischen Delfins S. l. roseiventris schließlich ist in Südostasien und vor Nordaustralien anzutreffen. Als mögliche fünfte Unterart des Ostpazifischen Delfins gilt die weißbäuchige Form in den küstenfernen Bereichen des tropischen Ostpazifiks. Der Ostpazifische Delfin ist neben dem Clymene-Delfin die einzige Art, die aus dem Wasser springt und in der Luft um ihre Längsachse wirbelt.

Morphologie: 

Der Ostpazifische Delfin hat eine ziemlich charakteristische Körperzeichnung: einen dunkelgrauen Rücken, seitlich einen heller grauen Streifen und einen blasseren, manchmal weißen oder rosa getönten Bauch. Den verschiedenen Unterarten im tropischen Ostpazifik fehlt diese Dreifärbigkeit allerdings, sie sind in verschiedenen Grautönen, aber meist einheitlich gefärbt, abgesehen von weißen Flecken auf der Körperunterseite. Der Ostpazifische Delfin hat einen langen, schlanken Schnabel mit schwarzen „Lippen”, kleine Brustflossen, einen langgestreckten, schlanken Körper, und eine meist große, aufrechte Rückenflosse, die entweder dreieckig oder leicht sichelförmig ist. Große Männchen im tropischen Ostpazifik haben oft eine nach vorne geneigte Finne sowie einen Kiel auf der Ober- und Unterseite des Schwanzansatzes, der mit zunehmendem Alter noch ausgeprägter wird. Der Ostpazifische Delfin kann mit verschiedenen anderen Delfinarten verwechselt werden. Die besten Unterscheidungsmerkmale sind die Körperzeichnung und die Drehungen um die Körperachse bei Luftsprüngen.

Verhalten: 

Ostpazifische Delfine sind sehr energiegeladen und zu erstaunlichen Sprüngen fähig. Bei Sprüngen bis in 3 Meter Höhe können sie sich sieben Mal um die eigene Körperachse drehen, bevor sie wieder eintauchen. Die Drehsprünge könnten eine Form von Kommunikation dieser hochsozialen Tiere darstellen. Ostpazifische Delfine nähern sich Schiffen und verbringen bis zu einer halben Stunde mit dem Bugwellenreiten - länger als die meisten anderen Delfinarten. Meist sind sie in Gruppen von 5 bis 200 Tieren unterwegs, in gemischten Gruppen mit anderen Delfinarten wurden aber auch schon Ansammlungen mit mehr als 1000 Individuen beobachtet. Häufig gehen sie in der Nacht auf die Jagd nach kleinen pelagischen Fischen, Kalmaren und Garnelen, während sie tagsüber in küstennäheren Gewässern rasten.

Verbreitung: 

Da sich Gelbflossenthunfische gerne mit Ostpazifischen Delfinen und Schlankdelfinen vergesellschaften, sind diese beiden Arten von einer hohen Tötungsrate als Beifang in der Thunfischerei betroffen. Im tropischen Ostpazifik dürfte der Bestand an Ostpazifischen Delfinen auf weniger als ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert worden sein und bis dato gibt es keine Anzeichen einer Bestandserholung. Ihr akrobatisches Verhalten hat früher auch die Begierden von Delfinarien geweckt, aber ihre Überlebensrate in Gefangenschaft ist sehr gering. Heute wird die Art noch zur Fleischgewinnung oder zur Köderherstellung gejagt. Die IUCN listet den Ostpazifischen Delfin 2008 in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage”. Da die Art aber aus mehreren Unterarten und regionalen Populationen besteht, empfiehlt die IUCN, deren Erhaltungsstatus einzeln zu beurteilen, da die verfügbaren Bestands- und Tötungsschätzungen vermuten lassen, dass einige von ihnen bereits in eine Gefährdungskategorie fallen. Zu den Gefahren für diese Art zählen Beifang, gezielte Tötung, Überfischung ihrer Nahrungstiere sowie Störungen durch Delfinbeobachtungsboote, welche die Delfine immer wieder aufscheuchen, wenn sie tagsüber in küstennahen Gewässern ruhen wollen.

Verbreitungskarte: