Orca (Schwertwal)

Orcinus orca
Synonyme: 
  • Schwertwal
  • Orca
Höchstlänge: 
  • Männchen: 9,80 m
  • Weibchen: 8,50 m
  • Geburtsgröße: 2,10 - 2,60 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 10.000 kg
Nahrung: 
  • Fische (auch Haie)
  • Kopffüßer
  • Meeressäuger
  • gelegentlich Meeresschildkröten und Seevögel
Weltbestand, geschätzt: 
50000
IUCN-Kategorie: 
DD (manche Populationen wurden stark dezimiert)
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Schwertwale sind die Spitzenprädatoren der Meere und die größten Vertreter der Delfinfamilie. Sie sind hochintelligent, sehr anpassungsfähig und kommunikativ. So können sie sogar ihre Jagdtaktiken koordinieren. Orcas sind keine typische wandernde Tierart, unternehmen aber in Anpassung an das wechselnde Angebot ihrer bevorzugten Beute mitunter lange Wanderungen, z.B. zwischen Alaska und Kalifornien. Je nach Lebensraum und sozialer Gruppe jagen Schwertwale Fische, Kalmare, Robben, Seevögel oder sogar Wale, die viel größer sind als sie selbst. Es gibt keinen dokumentierten Angriff eines Schwertwals auf Menschen in freier Natur. Im Gegenteil gibt es Berichte, wonach Orcas Menschen vor Haien beschützt haben sollen.Die Taxonomie dieser Art bedarf der Überarbeitung und es ist wahrscheinlich, dass Orcinus orca in den kommenden Jahren in weitere Arten oder zumindest Unterarten aufgeteilt wird.

Morphologie: 

Das Aussehen der Schwertwale ist sehr charakteristisch: große, schwarze Körper, weiße Unterseite, weiße Flecken über und hinter den Augen und ein grauer „Sattelfleck” hinter der Rückenflosse. Mit bis zu 10 Metern Länge sind Männchen größer als Weibchen und haben eine sehr hoch aufragende, bis zu 2 Meter große Rückenflosse. Bereits diese hohe, schwertförmige und auffällige Rückenflosse macht sie praktisch unverwechselbar. Weibchen sind um etwa ein Fünftel kleiner und ihre Rückenflosse ist weniger als halb so hoch wie die der Männchen.

Verhalten: 

Orcas sind extrem schnelle Schwimmer, es wurden Geschwindigkeiten bis 54 km/h gemessen. Die meisten Untersuchungen wurden im Nordostpazifik durchgeführt, wo es drei verschiedene ökotypen gibt: „Ortstreue”, die sich küstennah von Fisch ernähren; „Durchzügler”, die Meeressäuger jagen; und „Küstenferne”, deren Ernährung unbekannt ist. Bei den Ortstreuen ist besonders bemerkenswert, dass in 30 Jahren Untersuchung keine Ab- oder Zuwanderung festgestellt werden konnte, es handelt sich also um eine große Familie. Eine zehnjährige Studie in Kamtschatka hat zwei ökotypen von Durchzüglern und Fischfressern gefunden. In der Antarktis gibt es drei ökotypen, die sich morphologisch und biologisch deutlicher unterscheiden. Verschiedene spezialisierte Jagdtechniken wurden beobachtet. Vor der Halbinsel Valdés (Argentinien) und den Crozet-Inseln jagen die Schwertwale Mähnenrobben und Südliche See-Elefanten im Flachwasser, wobei sie manchmal sogar selbst kurzfristig anlanden. Adulte Schwertwale unterweisen die Jungen in der Technik, wie man im seichten Wasser jagen kann. Eine andere Technik zur Erbeutung von Robben wird als Wellenjagd bezeichnet: Schwertwale stecken den Kopf aus dem Wasser, um zu sehen, wo Robben auf Eisschollen ruhen. Dann schwimmen sie in der Gruppe koordiniert genau so, dass sie eine Welle erzeugen, welche die Robbe von der Eisscholle in die Fänge der wartenden Schwertwale spült.

Verbreitung: 

Orcas sind in allen Weltmeeren verbreitet, meist in größeren Herden oder Familiengruppen, die einen gemeinsamen Dialekt haben. Die Verhältnisse zwischen den Gruppen können daraus abgeleitet werden, wie viele Rufe sie gemeinsam haben - je mehr, desto näher sind sie einander. Gruppen ohne gemeinsame Rufe gehören zu verschiedenen Clans bzw. Gemeinschaften. Wenngleich sie kosmopolitisch verbreitet sind, konzentrieren sich Schwertwale in den kalten bis gemäßigten küstennahen Gebieten. Verglichen mit anderen Meeressäugern wurden die Orcas vom Menschen insgesamt vermutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen. Aktuell sind aber bestimmte Populationen durch Lebensraumverschlechterung, Nahrungsmangel und Umweltverschmutzung in ihrem Bestand gefährdet. Zusätzlich werden Schwertwale immer noch als Attraktion in Delfinarien missbraucht. Die Populationen vor den USA, Nordwestkanada, Island und Japan wurden von den 1960er bis zu den 1980er Jahren von der Lebendfang-Industrie beeinträchtigt. Besonders stark betroffen waren die „südlichen Ortstreuen” an der nordwestamerikanischen Pazifikküste. Zusammen mit anderen Faktoren hat dies dazu geführt, dass diese abnehmende Population heute stark gefährdet ist. Der Orca wird zwar insgesamt von der IUCN in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage” geführt, aber eine regelmäßig in der Straße von Gibraltar anzutreffende Population von nur 32 Tieren, die alle von Forschern individuell identifiziert wurden, ist als vom Aussterben bedroht gelistet.

Verbreitungskarte: 
Map showing where orcas are found around the world