Nördlicher Glattdelfin

Lissodelphis borealis
Synonyme: 
  • Nördlicher Glattdelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 3,10 m
  • Weibchen: 2,30 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 115 kg
Nahrung: 
  • Epi- und mesopelagische Fische (z.B. Laternenfische, Dorschartige und Makrelenhechte)
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Der Nördliche Glattdelfin bildet mit dem Südlichen Glattdelfin ein Artenpaar - die Arten kommen auf jeweils einer Hemisphäre in ähnlichen Breitengraden vor. Beide Arten erhielten ihren Namen, weil sie - wie die Glattwale - keine Rückenflosse haben. Vor ihrer Einstellung in den 1990er Jahren wurden jedes Jahr tausende Nördliche Glattdelfine in der nordpazifischen Treibnetzfischerei getötet. Zusammen mit anderen ungezielten Fängen hat diese heftige Ausbeutung die Population schwer dezimiert.

Morphologie: 

Der Nördliche Glattdelfin hat einen schlanken Körper und einen kurzen, schmalen Schnabel, der durch eine deutliche Furche von der flachen Stirn abgesetzt ist. Der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Nördliche Glattdelfine haben keine Rückenflosse, ihre Brustflossen sind klein, schmal und zugespitzt, ihre Schwanzwurzel ist schmal und die Schwanzflosse klein und zugespitzt. Ihre Körperfarbe ist überwiegend schwarz, bauchseitig läuft aber vom Kopf bis zur Schwanzwurzel ein weißer Streifen, der auf der Brust breiter ist. Ein weiterer weißer Fleck befindet sich auf der Kieferunterseite. Die Brustflossen sind schwarz, die Schwanzflosse ist unterseits weiß und oberseits schwarz und hat eine graue Hinterkante. Jungtiere sind gräulich-braun und nehmen mit dem Alter die Färbung der Adulten an. Es wurde eine weitere Farbmorphe beschrieben, bei der die Delfine eine ausgedehntere Weißzeichnung in einem „Wirbelmuster” aufweisen. Das Fehlen der Rückenflosse macht Nördliche Glattdelfine leicht erkennbar, aber aus größerer Distanz könnte man sie mit springenden Seelöwen verwechseln.

Verhalten: 

Gruppen des Nördlichen Glattdelfins umfassen 100 bis 200 Tiere, es sind aber schon bis zu 3000 Tiere in einer Gruppe gesehen worden. Sie schwimmen auch gerne zusammen mit Pazifischen Weißstreifendelfinen, Rundkopfdelfinen und vielen weiteren Arten. Wenn sie langsam schwimmen, kräuseln sie die Wasseroberfläche kaum, aber oft sind sie in großen Gruppen mit hohem Tempo unterwegs, wobei sie springschwimmen und mit Seiten und Bauch aufs Wasser platschen. Nördliche Glattdelfine sind sehr akrobatisch, zeigen weite, flache Sprünge in hoher Geschwindigkeit und sind auch als eifrige Bugwellenreiter bekannt. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und Kalmaren in tiefen Gewässern sowohl dies- als auch jenseits der Kontinentalabhänge.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Nördlichen Glattdelfins sind die kühlgemäßigten Gewässer des Nordpazifiks zwischen dem 30. und dem 50. nördlichen Breitengrad. Als Hochseeart ist er nur dann in Küstennähe anzutreffen, wenn es dort Tiefwasserbereiche gibt. Einen hohen Todeszoll forderte die Fischerei mit Treib- und Ringwadennetzen. In kleinerer Zahl werden sie in Japan im Zuge der Kleinwaljagd getötet. Weitere mögliche Gefährdungsfaktoren sind der Klimawandel und die Überfischung ihrer Nahrungstiere. Eine Teil-Bestandsschätzung lautet auf ca. 68.000 Nördliche Glattdelfine. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein.

Verbreitungskarte: