Narwal

Monodon monoceros
Synonyme: 
  • Narwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 4,80 m
  • Weibchen: 4,20 m
  • Geburtsgröße: 1,60 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 1.600 kg
Nahrung: 
  • große Fische (Steinbutt, Dorsch)
  • Kalmare
  • Garnelen
Weltbestand, geschätzt: 
80000
IUCN-Kategorie: 
NT
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Das hervorstechendste Merkmal der Narwale ist der 2 bis 3 Meter lange Stoßzahn, den vor allem die Männchen tragen. In Europa wurden diese Stoßzähne früher als Hörner des mythischen Einhorns in den Handel gebracht. Der Handel mit dem Narwal-„Elfenbein” hat zusammen mit anderen Faktoren in den vergangenen Jahrzehnten regionale Bestandsrückgänge verursacht. Narwale sammeln sich in den Sommermonaten zu hunderten oder sogar tausenden in reichen Nahrungsgründen, wogegen sie sich im Winter in kleinere Gruppen zerstreuen. Narwal und Beluga bilden zusammen die Familie Monodontidae.

Morphologie: 

Wie der Beluga lebt der Narwal nur in den nördlichsten Gefilden. Zu seinen körperlichen Merkmalen zählen eine kugelige Stirn, eine gewölbte Mundlinie, eine Rückenleiste statt einer Rückenflosse sowie kurze, stumpfe Brustflossen mit aufgebogenen Kanten. Er hat keinen vorstehenden Schnabel. Die Schwanzflosse hat eine so eigenartig konvexe Hinterkante, dass sie aussieht, als wäre sie verkehrt herum aufgesetzt. Alle Narwale haben zwei Zahnanlagen. Bei Männchen wächst üblicherweise der linke zu einem Stoßzahn heran. In seltenen Fällen (1 von 500) bilden sich zwei Stoßzähne aus, dann ist der rechte meist kürzer. Ein Stoßzahn kann 2 bis 3 Meter lang werden und bis zu 10 kg wiegen. Er ist hohl und - von der Zahnwurzel aus betrachtet - gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Über seine Funktion wird viel debattiert, möglicherweise liegt sie in der Auseinandersetzung um Paarungspartner. Die Männchen führen „Lanzenturniere” durch, bei denen sie charakteristische „Klackgeräusche” erzeugen. Viele Männchen tragen Narben von diesen Kämpfen und nicht weniger als ein Drittel von ihnen hat einen gebrochenen Stoßzahn. Vermutlich ist der soziale Status mit der Stoßzahnlänge verknüpft. Ungefähr 3% der Weibchen haben einen Stoßzahn und es gibt einen einzigen dokumentierten Fall eines Weibchens mit zwei Stoßzähnen. Bei der Geburt sind die Kälber fleckig grau, mit 1-2 Jahren sind sie dann überwiegend schwarz. Mit zunehmendem Alter erscheinen hellere Flecken und die ausgewachsenen Narwale sind cremefarben mit schwarzen und grauen Flecken. Ältere Tiere können überwiegend weiß erscheinen. Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht nur von Weibchen und Jungtieren mit jungen Belugas.

Verhalten: 

Während der jährlichen Wanderungen können hunderte oder sogar tausende Narwale gemeinsam unterwegs sein, wobei sie schnell und nahe an der Oberfläche schwimmen. Narwale ruhen manchmal bewegungslos an der Oberfläche und lassen dabei Teile des Stoßzahns oder der Brustflossen aus dem Wasser schauen. Gelegentlich springen alle Gruppenmitglieder gleichzeitig aus dem Wasser und tauchen auch synchron wieder ein. Narwale bevorzugen küstennahe, tiefe Gewässer und können bis zu 25 Minuten lang und 1.500 Meter tief tauchen. Sie jagen, indem sie ihre Nahrung in den Mund „saugen”. Sie sind ziemlich akrobatisch, schauen sich oft über Wasser um und klatschen mit der Schwanzflosse oder den Brustflossen auf die Wasseroberfläche.

Verbreitung: 

Narwale bewohnen die Gewässer nördlich des Polarkreises, bis zum Rande der Eisdecke, und werden oft direkt am Packeis angetroffen. Im Sommer wandern sie näher ans Land in kalte, tiefe Fjorde und Buchten. Zu den natürlichen Prädatoren der Narwale zählen Eisbären, Schwertwale und manche Haie. Vom Menschen wurden sie jahrhundertelang wegen ihres Stoßzahn-Elfenbeins gejagt. Ihre Haut samt der Fettschicht („mattak”) ist für Indigene in Kanada und Grönland auch heute noch eine Nahrungsquelle. Die IUCN (2008) listet den Narwal in der Kategorie „Gefährdung droht”. Zu den Gefährdungsfaktoren zählen die gezielte Jagd, Störungen durch Menschen und chemische Verschmutzung. Außerdem mehren sich die Hinweise, dass Narwale vom Klimawandel besonders stark gefährdet sind, da sie am Rand des Packeises leben und an bestimmte Umweltbedingungen angepasst sind, die sich nun schnell verändern.

Verbreitungskarte: