La-Plata-Delfin

Pontoporia blainvillei
Synonyme: 
  • Franciscana
  • La-Plata-Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,60 m
  • Weibchen: 1,80 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 53 kg
Nahrung: 
  • Fische (Umberfische, Sardellen, Dorsche und Stachelmakrelen)
  • Kalmare
  • Garnelen
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
VU
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
I, II
Taxonomie: 

Der La-Plata-Delfin ist eine der kleinsten Waltierarten, sein Schnabel aber ist im Verhältnis zur Körpergröße der längste - er macht fast 15% seiner Gesamtlänge aus. Sein Aussehen gleicht zwar dem der Flussdelfine und er lebt in seinem Verbreitungsgebiet auch in verschiedenen Flussmündungen, aber sein Hauptlebensraum sind nicht Flüsse, sondern das flache Salzwasser, meist sehr nahe an der Küste. Morphologisch betrachtet kann man nach der Körpergröße zwei Formen unterscheiden: im Norden die größere, im Süden die kleinere Form. Aufgrund genetischer Befunde unterscheidet man aber drei getrennte Populationen, die als vier eigene Bestände oder „Franciscana Management Areas” behandelt werden.

Morphologie: 

Der La-Plata-Delfin hat einen sehr langen, dünnen Schnabel, eine steile, gerundete Stirn und kleine, aber gut entwickelte Augen. Die schräg nach hinten verlaufende, gerundete Rückenflosse ist niedrig und sitzt auf einer breiten Basis auf. Die Brustflossen sind groß, breit und spatelförmig. Ihre Hinterkante ist deutlich gewellt, da der La-Plata-Delfin „Fingerknochen” besitzt. Extrem breit ist die Schwanzflosse - ihre Breite entspricht bis zu einem Drittel der Körperlänge. Der schlanke Körper des La-Plata-Delfins ist oberseits braungrau mit einem etwas dunkleren Cape, während Bauch und unterer Seitenbereich blasser gelbgrau gefärbt sind. Der La-Plata-Delfin kann mit dem Amazonas-Sotalia verwechselt werden, aber der längere Schnabel und die stärker gerundete Rückenflosse sind eindeutige Merkmale.

Verhalten: 

Wegen ihrer Unauffälligkeit und ihrer Scheu vor Schiffen ist diese Art schwer zu beobachten. La-Plata-Delfine sind ruhige, träge Schwimmer und absolut keine Akrobaten. Beim Luftholen kann der Schnabel in einem sehr spitzen Winkel aus dem Wasser ragen, im Allgemeinen zeigen La-Plata-Delfine aber sehr wenig von sich, bevor sie wieder abtauchen. Sie leben zwar die meiste Zeit einzelgängerisch, aber es wurden auch schon Gruppen mit bis zu 15 Tieren beobachtet. Im trüben, weniger als 30 m tiefen Wasser ihres Lebensraums suchen sie auf und nahe dem Meeresgrund nach Flachwasserfischen, Tintenfischen und Krustentieren. Sie selbst werden von großen Haien und Schwertwalen gejagt.

Verbreitung: 

Das Verbreitungsgebiet des La-Plata-Delfins umfasst die Küstengewässer zwischen Südostbrasilien und Zentralargentinien. Gefährdet ist diese Art vor allem durch die Fischerei, durch die sie auf mehrfache Weise in Mitleidenschaft gezogen wird. Zunächst sind die Stellnetze die Hauptgefahr, da sich die Delfine darin verheddern und ersticken. Zusätzlich übernutzt die Fischerei viele der Fischarten, auf die der La-Plata-Delfin als Nahrung angewiesen ist. Und nicht zuletzt zerstört das Umpflügen des Meeresbodens mit Schleppnetzen seinen Lebensraum. Schon alleine die direkte Mortalität durch die Fischerei übersteigt vermutlich die Reproduktion des La-Plata-Delfins. Umso besorgniserregender sind die Summeneffekte der genannten Eingriffe. Für den La-Plata-Delfin liegt keine Schätzung des Gesamtbestandes vor, in den Roten Listen der IUCN wird er derzeit als gefährdet angesehen.

Verbreitungskarte: