Kurzschnäuziger Gemeiner Delfin

Delphinus delphis
Synonyme: 
  • Kurzschnäuziger Gemeiner Delfin
  • Kurzschnäuziger Gewöhnlicher Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,70 m
  • Weibchen: 2,60 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 200 kg
Nahrung: 
  • Kleine schulenbildende Fische
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
3.000.000
IUCN-Kategorie: 
LC (Mittelmeer-Populationen: EN; Schwarzmeer-Population D. d. ponticus: VU)
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
I (Mittelmeer-Populationen), II (Populationen der Nord- und Ostsee, des Schwarzen Meers und des tropischen Ostpazifiks)
Taxonomie: 

Kurzschnäuzige Gemeine Delfine sind energische, stürmische Tiere, die oft in hoher Geschwindigkeit die Wasseroberfläche durchbrechen oder in den Bugwellen großer Schiffe reiten. Ursprünglich wurde der Gemeine Delfin als eine einzige Art betrachtet, aber 1994 entschied man, die lang-und die kurzschnäuzige Form als eigene Arten einzustufen. In seinem letzten Bericht (2009) über die Gattung Delphinus vertrat der Wissenschaftsausschuss der IWC allerdings die Ansicht, Lang- und Kurzschnäuziger Gemeiner Delfin seien vermutlich als dieselbe taxonomische Einheit aufzufassen, die in ihrem großen Verbreitungsgebiet ein beträchtliches Maß an Variation zeigt. (Für diese und manche andere Waltiere ist das biologische Artkonzept nicht sehr gut anwendbar. Was das in Hinblick auf den Artenschutz bedeutet, sollte noch sorgfältig diskutiert werden.) Derzeit sind zwei Unterarten anerkannt: D. d. delphis – der Kurzschnäuzige Gemeine Delfin und D. d. ponticus, der nur im Schwarzen Meer vorkommende Kurzschnäuzige Gemeine Delfin. Diese isolierte Population benötigt besonderen Schutz. 

Morphologie: 

Die Delphinus-Arten haben eine sehr charakteristische sanduhrförmige Zeichnung auf ihren Flanken: Ein gelbes Feld bedeckt die vordere Hälfte und ein graues die hintere Hälfte ihrer Seiten, getrennt durch das Schwarz des Capes, das sich genau auf Höhe der Rückenflosse sattelförmig nach unten zieht. Die meisten Kurzschnäuzigen Gemeinen Delfine haben einen auffälligen weißen Fleck auf der Rückenflosse, was die Art vom Langschnäuzigen Gemeinen Delfin unterscheidet. Außerdem sind sie etwas stämmiger, haben eine stärker gerundete Melone, brillenartige Flecken um die Augen und - wie der Name schon sagt - einen kürzeren Schnabel. Überdies ist tendenziell die charakteristische sanduhrförmige Zeichnung deutlicher und der gelbe Fleck heller und auffälliger als beim Langschnäuzigen Gemeinen Delfin. Vom Kurzschnäuzigen Gemeinen Delfin gibt es viele Farbvarianten. Auf den ersten Blick kann man ihn mit dem Atlantischen Weißseitendelfin verwechseln, aber bei dieser Art sind die Farben vertauscht, das gelbliche Feld liegt im hinteren Körperbereich.

Verhalten: 

Kurzschnäuzige Gemeine Delfine sind meist in sozialen Gruppen von 10 Tieren aufwärts, manchmal auch zu tausenden, unterwegs. Sie sind sehr akrobatisch, springen oft und machen auch Salti. Ganze Gruppen reiten auf den Bugwellen großer Schiffe. Gerne vergesellschaften sie sich mit anderen Meeressäugern (manchmal schwimmen sie im Kielwasser großer Wale) und nahrungsuchenden Seevögeln.

Verbreitung: 

Als weit verbreitete Art lebt der Kurzschnäuzige Gemeine Delfin in den meisten temperaten und tropischen Meeresregionen. Allerdings haben seine Bestände jüngst in mehreren Gebieten abgenommen. Die Ursachen für diese Rückgänge sind die Tötung als Beifang in illegalen Treibnetzen, Nahrungsmangel durch Überfischung, chemische Verschmutzung und Lebensraumverschlechterungen. Im Jahr 2008 stufte die IUCN den Kurzschnäuzigen Gemeinen Delfin insgesamt als nicht gefährdet ein, die Population im Mittelmeer musste allerdings gleichzeitig in die Kategorie „stark gefährdet” hochgestuft werden. Die Schwarzmeer-Unterart ist als gefährdet gelistet.

Verbreitungskarte: