Kurzschnabeldelfin

Lagenodelphis hosei
Synonyme: 
  • Borneo-Delfin
  • Fraser-Delfin
  • Kurzschnabeldelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,70 m
  • Weibchen: 2,60 m
  • Geburtsgröße: 1,00 - 1,10 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 210 kg
Nahrung: 
  • Mesopelagische Fische
  • Kalmare
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
300000
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen Südostasiens)
Taxonomie: 

Diese Delfinart wurde erstmals 1956 durch den Walforscher Francis Charles Fraser beschrieben. Er bemerkte an einem falsch zugeordneten Skelett im British Museum, dass es Charakteristika sowohl der Gattung Delphinus als auch der Gattung Lagenorhynchus aufwies. Also kombinierte er die beiden Namen und nannte die neue Gattung Lagenodelphis. Nach dieser Erstentdeckung geriet die Art allerdings in Vergessenheit und wurde erst Anfang der 1970er Jahre „wiederentdeckt”. Dementsprechend gering ist unser Kenntnisstand über diese Art.

Morphologie: 

Der Kurzschnabeldelfin hat eine unverwechselbare Zeichnung: Vom Gesicht bis unterhalb des Schwanzansatzes verläuft ein dunkler Streifen, dessen Oberkante von einer grauen oder weißlichen Linie gesäumt wird. Rücken und Seiten oberhalb dieses Streifens sind graublau oder graubraun, Bauch und Kehle hingegen rosa oder weiß. Kurzschnabeldelfine im Ostpazifik und adulte Männchen anderer Gebiete haben einen dickeren und dunkleren Streifen, der eine Gesichtsmaske ausbildet („Panzerknackermaske”). Bei Jungtieren ist diese Färbung hingegen bleicher und undeutlicher. Der Kurzschnabeldelfin ist einer der stämmigsten Delfine, wobei der Körper hinter der Finne weniger kräftig ausgebildet ist. Er hat einen kurzen Schnabel, eine krumme bis dreieckige Rückenflosse, kleine, zugespitzte, beidseitig dunkle Brustflossen und eine kleine Schwanzflosse. Man könnte ihn mit dem Streifendelfin verwechseln, aber an seiner Färbung und seinem derben Schnabel sollte der Kurzschnabeldelfin ohne große Probleme erkannt werden können.

Verhalten: 

In manchen Regionen verhalten sich die Kurzschnabeldelfine scheu, während sie anderswo größere Annäherung zulassen und auch auf Bugwellen reiten. Sie sind meist in großen Gruppen von 100 bis 500, manchmal bis zu 1000 Tieren unterwegs. Ihr Schwimmstil ist sehr dynamisch, die Gruppen wirbeln die Oberfläche stark auf, was vielleicht auch an ihrem nicht sonderlich hydrodynamischen Körperbau liegt. Oft schwimmen sie in gemischten Gruppen zusammen mit anderen tropischen Zahnwalen bzw. Delfinen. Aufgrund der Analyse ihrer Mageninhalte nimmt man an, dass Kurzschnabeldelfine tief tauchen und dabei bis in 250 bis 500 Meter Tiefe vorstoßen.

Verbreitung: 

Zwischen dem 30. nördlichen und dem 30. südlichen Breitengrad kommt der Kurzschnabeldelfin erdumspannend in allen drei Ozeanen vor. Er ist zwar im Wesentlichen eine Hochseeart, ist aber gelegentlich auch näher an der Küste zu beobachten, besonders dort, wo Tiefengewässer nicht weit vom Land entfernt sind. Kurzschnabeldelfine wurden in mehreren Regionen gezielt gejagt, so etwa in Japan, den Philippinen, Sri Lanka und der Karibik. Außerdem sterben jedes Jahr zahlreiche Kurzschnabeldelfine in Fischernetzen, v.a. in Kiemen-, Ringwaden-, Treib- und Haiabwehrnetzen. In der Roten Liste der IUCN wurde diese Art 2008 als nicht gefährdet eingestuft.

Verbreitungskarte: