Kalifornischer Schweinswal (Vaquita)

Phocoena sinus
Synonyme: 
  • Kalifornischer Schweinswal
  • Pazifischer Hafenschweinswal
  • Vaquita
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,45 m
  • Weibchen: 1,50 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 50 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
<100
IUCN-Kategorie: 
CR
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Von allen Waltierarten ist der Kalifornische Schweinswal vermutlich die kleinste und sicher diejenige mit dem kleinsten Verbreitungsgebiet. Leider gehört der Kalifornische Schweinswal auch zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten und ist nur sehr selten anzutreffen. Sein spanischer Name Vaquita bedeutet „kleine Kuh” und viele Einheimische von Baja California halten ihn für ein „mythisches Wesen”, da die meisten niemals einen Kalifornischen Schweinswal gesehen haben und es (bis vor kurzem) auch keine Fotos gab.

Morphologie: 

Der Kalifornische Schweinswal ist komplex gezeichnet und individuelle Unterschiede in der Färbung sind nicht ungewöhnlich. Wie die anderen Schweinswale hat der Vaquita praktisch keinen Schnabel und 32 bis 44 Zähne im Ober- sowie 34 bis 40 im Unterkiefer. Sein Körper ist kräftig gebaut und oberseits mittel- bis dunkelgrau, wobei die Färbung manchmal gelblich- oder olivbraun erscheinen kann. Der Bauch ist heller grau oder weiß. Um die Augen tragen Kalifornische Schweinswale einen schwarzen Fleck und auch der Mundbereich ist dunkel. Vom Mund verläuft ein dunkelgrauer Streifen abwärts über das Kinn und verbreitert sich bei der Ansatzstelle der Brustflossen. Die Rückenflosse des Kalifornischen Schweinswals ist haiartig hoch und dreieckig, die Brustflossen sind klein und breit. Verwechslungen sind mit Großen Tümmlern und Gemeinen Delfinen möglich, die ebenfalls in ihrem Verbreitungsgebiet vorkommen.

Verhalten: 

Kalifornische Schweinswale tauchen langsam auf und weich wieder ab. Oft bleiben sie einige Zeit unter Wasser. Die wenigen Beobachtungen an der Oberfläche sprechen von ruhigen, sanften Bewegungen der Tiere. Ihr Blas kann recht geräuschvoll sein, ähnlich dem eines Gewöhnlichen Schweinswals. Kalifornische Schweinswale werden meist einzeln oder in Gruppen von bis zu 5 Tieren beobachtet. Ein einziges Mal wurden 40 Kalifornische Schweinswale in einer Gruppe gesehen, aber das ist sehr ungewöhnlich. Sie sind sehr scheu und versuchen, Boote zu meiden.

Verbreitung: 

Kalifornische Schweinswale kommen im nördlichen Teil des Golf von Kalifornien (Sea of Cortez) vor, in einem Kerngebiet von ca. 2235 km². Sie leben in flachen Gewässern in Küstennähe, oft in flachen Lagunen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vermutlich weiter an der mexikanischen Küste entlang, eventuell mit saisonalen Wanderungen. Kalifornische Schweinswale sind vom Aussterben bedroht, die weltweite Population wird auf weniger als 100 Individuen geschätzt. Die Hauptbedrohung für diese Art ist das Verfangen in Fischernetzen (besonders Stellnetze, die zum Krabbenfang genutzt werden), hinzu kommen Lebensraumverlust, Klimaveränderungen und chemische Verschmutzung. Im Jahr 1993 gründete die mexikanische Regierung das Schutzgebiet „Upper Gulf of California Biosphere Reserve“ zum Schutz des Vaquitas und seines Lebensraums. 2013 wurde dann eine Regelung getroffen, nach der in den folgenden drei Jahren die Stellnetze komplett durch andere Fangmethoden ersetzt werden sollen. Dafür ist jedoch die Kooperation der lokalen Fischer erforderlich. Aktuelle Schutzbemühungen kommen nicht nur von der Mexikanischen Regierung, auch nationale und internationale NGOs, akademische Institutionen und andere relevante Interessengruppen sind involviert, um den Vaquita vor dem Aussterben zu bewahren. Auf der Roten Liste der IUCN wird der Kalifornische Schweinswal als vom Aussterben bedroht gelistet. 

Verbreitungskarte: