Jangtse-Glattschweinswal

Neophocaena asiaeorientalis
Synonyme: 
  • Jangtse-Glattschweinswal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,0 m
  • Weibchen: 2,0 m
  • Geburtsgröße: 0,75 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 55 kg
  • Weibchen: 60 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
Population im Jangtse-Flussgebiet ca. 500 / Population in Ostasien: unbekannt
IUCN-Kategorie: 
VU (Yangtse Unterart: EN)
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Ursprünglich enthielt die Gattung Neophocaena nur eine Art, den Indischen Schweinswal N. phocaenoides. Erst vor kurzem wurde die Gattung in zwei Arten aufgeteilt: den Indischen Schweinswal N. phocaenoides und den Jangtse-Glattschweinswal N. asiaeorientalis, der vorher als Unterart N. phocaenoides asiaeorientalis geführt wurde. N. asiaeorientalis wird in zwei Unterarten aufgeteilt: N. a. asiaerorientalis und der Ostasiatische Glattschweinswal oder Sunameri, N. a. sunameri. In Gebieten, in denen diese Unterart genauer untersucht werden konnte, gibt es Anzeichen dafür, dass es innerhalb der Unterart verschiedene Populationen gibt.

Morphologie: 

Der Indische Schweinswal und der Jangtse-Glattschweinswal sind als einzige Schweinswal-Arten ohne Rückenflosse auch auf hoher See leicht zu erkennen. Bei starkem Seegang sind diese Arten gerade dadurch allerdings praktisch unsichtbar. An Stelle einer Rückenflosse haben die Glattschweinswale eine Rückenleiste, die sich den Rücken entlang von der Höhe der Brustflossen bis zum Beginn des Schwanzansatzes zieht. Diese Rückenleiste ist von runden, warzenartigen Höckern übersät, die beim Indischen Schweinswal eine große Fläche bedecken, während sie beim Jangtse-Glattschweinswal eine kleinere Fläche einnehmen. Die beiden Glattschweinswal-Arten gehören zu den kleinsten Waltierarten und haben als einzige eine knollige Melone ohne vorstehenden Schnabel. Der kleine Mund hat eine leicht nach oben gezogene Mundlinie. Hinter dem Atemloch befindet sich eine kleine Einbuchtung. Beide Arten haben einen stromlinienförmigen Körper, der oberseits blass graublau gefärbt ist, am Bauch heller und am Kinn weiß. Ausgewachsen erreichen sie eine Körperlänge von 1,2 bis 2,0 Meter.

Verhalten: 

Indische Schweinswale, wie auch die Jangtse-Glattschweinswale, sind sehr aktiv, schwimmen knapp unter der Oberfläche und überraschen mit plötzlichen, blitzschnellen Bewegungen. Meist sind sie in kleinen Gruppen oder alleine unterwegs. Wenn sie auftauchen - wobei sie sich gerne auf die Seite drehen -, bleibt die Wasseroberfläche beinahe ungestört. Indische Schweinswale stecken gelegentlich den Kopf aus dem Wasser, um sich umzusehen, springen aber sehr selten. Jangtse-Glattschweinswale sind im Allgemeinen recht scheu, mit Ausnahme einzelner Tiere, die im Jangtse-Fluß in China leben und sich an regen Bootsverkehr gewöhnt haben. Die Kälber können auf dem Rücken ihrer Mutter reiten, indem sie sich an deren Rückenleiste festhalten. Wenn die Mutter Luft holt, kommen sie so an die Oberfläche.

 

Verbreitung: 

Der Jangtse-Glattschweinswal lebt in gemäßigt warmen Gewässern in Küstennähe. Selten wird er weiter als fünf km von der Küste entfernt beobachtet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Korea und Japan Richtung Süden zum Ostchinesischen  Meer bis in den Jangtse-Fluss hinein. Die größte Gefahr ist das Verfangen und Ertrinken in Fischernetzen, insbesondere Kiemennetzen. Weitere Gefahren sind die Jagd, Lebendfang für die Zurschaustellung, Störungen durch Menschen, Lebensraumverschlechterungen, Schiffskollisionen sowie chemische und akustische Umweltverschmutzung. Die IUCN stuft die Art als gefährdet ein (2008), die Population im Jangtse-Fluss sogar als vom Aussterben bedroht. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, dass in dessen Verbreitungsgebiet seit 1978 mindestens 279 gestrandete Individuen gefunden wurden. Weitere Prognosen gehen von einem Rückgang der Population um >80% in den nächsten drei Generationen aus. Forschungsergebnisse von 2012 ergaben, dass die Population nur noch ca. 500 Individuen umfasst, im Vergleich zu mehr als 1.100 Individuen bei der Zählung 2006. 

Verbreitungskarte: