Irawadi-Delfin

Orcaella brevirostris
Synonyme: 
  • Irawadi-Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,75 m
  • Weibchen: 2,30 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 130 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kopffüßer
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
VU (Populationen der Flüsse Ayeyarwady, Mahakam und Mekong, der Malampaya-Bucht und des Songkhla-Sees: alle CR)
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
I, II
Taxonomie: 

Der Irawadi-Delfin ist mit dem Australischen Stupsfinnen-Delfin so nahe verwandt, dass erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, dass es sich um zwei verschiedene Arten handelt. Vom Irawadi-Delfin gibt es auch fünf separate Süßwasserpopulationen: in den Flüssen Ayeyarwadi, Mahakam und Mekong, im Songkhla-See und in der Chilika-Lagune.In den letzten Jahren wurde der Irawadi-Delfin leider verstärkt in Gefangenschaft genommen, da er relativ klein ist, einen beweglichen, „ausdrucksstarken” Kopf hat und es lernen kann, auf Kommando Wasser zu spucken. Die Art bevorzugt Küsten- und Mündungsgebiete und ist daher besonders stark von wirtschaftlicher Entwicklung gefährdet, die in mehreren Regionen zu einer gravierenden Zersplitterung der Populationen geführt hat.

Morphologie: 

Irawadi-Delfine haben eine runde Melone, einen keinen Schnabel und eine aufwärts gezogene Mundlinie, die ihnen ein lächelndes Aussehen verleiht. Ihr Hals ist lang und flexibel, so dass sie in der Lage sind, ihren Kopf zur Seite zu drehen. Irawadi-Delfine sind kräftig gebaut und haben eine charakteristische Nackenfalte. Ihre Rückenflosse ist klein, dreieckig und stumpf, ihre Brustflossen sind groß, spatelförmig mit gebogener Vorderkante und an der Spitze abgerundet. Ihre Hautfarbe ist einheitlich dunkel- bis mittelgrau oder blassblau mit hellerer Unterseite. Manche Tiere sind insgesamt deutlich heller, so dass sie an einen kleinen Beluga erinnern - nur einen mit Rückenflosse. In der Natur kann man den Irawadi-Delfin am ehesten mit dem Indischen Schweinswal verwechseln (oder manchmal sogar mit dem Dugong), aber der Schweinswal ist viel kleiner und hat keine Rückenflosse (wie auch der Dugong).

Verhalten: 

Irawadi-Delfine schwimmen eher langsam, meiden Boote, reiten nicht auf Bugwellen und tauchen bei Beunruhigung ab. Manchmal springen sie, stecken den Kopf aus dem Wasser, um sich umzusehen, oder drehen sich auf eine Seite, während sie mit der freien Brustflosse winken. Es wurde beobachtet, dass sie auch in der Natur aus ihrem Mund Wasser spucken, möglicherweise um auf der Jagd Fischschulen zu verwirren. Meistens sind sie zu zweit oder zu dritt unterwegs, aber in tiefen Becken kann man auch einmal 25 Irawadi-Delfine antreffen. Sowohl im Ayeyarwady als auch im Mekong kooperieren sie mit Fischern, indem sie ihnen die Fische ins Netz treiben.

Verbreitung: 

Das Verbreitungsgebiet des Irawadi-Delfins umfasst den Küstenbereich des Indischen Ozeans von Indien bis Indonesien. Sein bevorzugter Lebensraum sind tiefe Becken großer Flüsse, abgeschirmte Küstenzonen mit beträchtlichem Süßwassereintrag (z.B. Mangroven und Lagunen) sowie teilweise isolierte Brack- oder Süßwasserbereiche. Irawadi-Delfine entfernen sich nie mehr als ein paar Meilen von der Küste und wurden schon 1.300 Flusskilometer vom Meer entfernt angetroffen. Manche verbringen ihr gesamtes Leben im Süßwasser. In diesen Lebensräumen ist der Irawadi-Delfin von vielen Aktivitäten des Menschen sehr unmittelbar betroffen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Süßwasserpopulationen wurde bereits durch Dammbauten beträchtlich eingeschränkt. Die Hauptgefahr für den Irawadi-Delfin geht von der Fischerei aus, einerseits durch unbeabsichtigten Fang z.B. in Kiemennetzen, andererseits durch Überfischung seiner Nahrungstiere. Aber auch Lebensraumveränderungen und die Verschmutzung mit Agrochemikalien dürften ihren Tribut fordern. Die IUCN hat den Irawadi-Delfin im Jahr 2008 insgesamt als gefährdet eingestuft, die fünf oben genannten Süßwasserpopulationen allerdings als vom Aussterben bedroht.

Verbreitungskarte: