Indopazifischer Schnabelwal

Indopacetus pacificus
Synonyme: 
  • Indopazifischer Schnabelwal
  • Longman-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 8 m
  • Weibchen: 8 m
  • Geburtsgröße: 2,9 m
Höchstgewicht: 
  • unbekannt
Nahrung: 
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Bei der letzten IUCN-Evaluierung 1996 war der Indopazifische Schnabelwal noch in die Gattung Mesoplodon gestellt worden, aber aufgrund neuerer Untersuchungen und Erkenntnisse bildet er nun die eigene Gattung Indopacetus. Bis vor wenigen Jahren war diese Art der heißeste Anwärter auf den Titel „unbekanntester Wal”, da alle verfügbaren Daten von nur zwei Schädelfunden stammten. Mittlerweile zeigte sich aber, dass Indopazifische Schnabelwale bei Sichtungen früher falsch als Entenwale identifiziert worden waren.

Morphologie: 

Der Indopazifische Schnabelwal hat einen ausgeprägten Schnabel mit einem großen Unterkiefer, der über den Oberkiefer hinausragt und an seiner Spitze zwei kleine, ovale Zähne trägt (vermutlich nur bei Männchen). Die Rückenflosse ist ziemlich groß und sitzt recht weit hinten. Die Melone ist gut ausgebildet und kugelig, und zwischen Melone und Schnabel befindet sich meist eine deutliche, hellere Falte. Die Körperfärbung des Indopazifischen Schnabelwals reicht von mattbraun bis gelblich- oder gräulichbraun und kann mit dem Alter aufhellen. Der Bauch ist heller und auch hinter dem Auge kann ein hellerer Fleck sichtbar sein. Die dunkle Farbe der Rückenseite zieht sich als Band bis zu den Brustflossen hinab, während die hellere Bauchfarbe sich auch auf die Schultern erstreckt. Diese ungewöhnliche Zeichnung könnte die Bestimmung auf dem Meer erleichtern. Auf dem Körper können sich ovale, weiße oder gelbe Flecken befinden, möglicherweise Narben von Zigarrenhai-Bissen. Männchen zeigen oft auch lineare Narben, die vermutlich von Kämpfen mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen herrühren.

Verhalten: 

Beobachtungen von Indopazifischen Schnabelwalen sind noch selten, da man die Art erst seit kurzem richtig bestimmen kann. In manchen dieser Sichtungen waren sie mit anderen Arten vergesellschaftet, darunter Grindwalen, Großen Tümmlern und Ostpazifischen Delfinen. Beobachter haben sie in Gruppen von 10 bis 100 Tieren angetroffen. Das könnte darauf hindeuten, dass Indopazifische Schnabelwale geselliger sind als andere Schnabelwale. Es wurde auch berichtet, dass sie Schiffen mit Interesse begegneten. Ihr Schwimmverhalten wird als spektakulär beschrieben, sie springen und „springschwimmen” mit hoher Geschwindigkeit.

Verbreitung: 

Anhand der Strandungen und gelegentlichen Sichtungen vermutet man, dass Indopazifische Schnabelwale in einem großen Gebiet vorkommen, das die tropischen bis subtropischen Gewässer sowohl im Indischen Ozean als auch im Pazifik umfasst. Als Gefährdungspotentiale gelten wie bei anderen Schnabelwalen Lärmverschmutzung, Müll und Klimawandel. Es gibt keine Populationsschätzungen für den Indopazifischen Schnabelwal, weshalb er von der IUCN in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage” geführt wird.

Verbreitungskarte: