Indopazifischer Buckeldelfin

Sousa chinensis
Synonyme: 
  • Bleifarbiger Delfin
  • Chinesischer Weißer Delfin
  • Indopazifischer Buckeldelfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,80 m
  • Weibchen: 2,60 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 280 kg
Nahrung: 
  • Fische,
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
NT (Population der östlichen Taiwan-Straße: CR)
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Über die Anzahl der im Indopazifik vorkommenden Arten dieser Gattung herrscht unter den Wissenschaftlern Uneinigkeit, wobei viele von zumindest zwei Arten ausgehen: Sousa chinensis ist von der Ostküste Indiens über den indomalayischen Archipel ostwärts bis Australien verbreitet, während Sousa plumbea zwischen Südafrika und Indien vorkommt. Derzeit laufen morphologische und genetische Vergleichsstudien, um Licht ins Dunkel der Artenzahl und -abgrenzung in der Gattung Sousa zu bringen.

Morphologie: 

Wie schon der Name sagt, weist der Indopazifische Buckeldelfin an der Basis seiner Rückenflosse einen charakteristischen Buckel auf - zumindest im Großteil seines Artareals, denn die Individuen am Ostrand des Verbreitungsgebietes haben dieses Artkennzeichen nicht. Der Indopazifische Buckeldelfin ist ein mittelgroßer, kräftiger Delfin mit einer gerundeten Melone, die fließend in den langen, schmalen Schnabel übergeht. Seine Brustflossen sind breit und gerundet. Zwischen den Populationen gibt es beträchtliche Unterschiede sowohl im Körperbau als auch in der Färbung, die von weiß über rosa bis zu dunkelgrau reicht. Im Westteil ihres Verbreitungsgebietes sind die Kälber bei der Geburt hellgrau und werden mit dem Alter dunkler, während sie im Osten dunkelgrau geboren und im Alter heller werden. Bei dieser Wandlung von dunkel nach hell gehen die Tiere durch verschiedene Stadien mit dunklen Flecken und Punkten am Körper, die alle mit dem Alter aufhellen.

Verhalten: 

Indopazifische Buckeldelfine sind Küstenbewohner, die sich auch in Mangroven und Flussmündungen wagen, also in Lebensräume mit oftmals trübem Wasser. Entsprechend wichtig ist es, sich akustisch orientieren und mit Artgenossen verständigen zu können. Neben ihren hochfrequenten Klicks zur Echolokation haben die Indopazifischen Buckeldelfine ein reiches Repertoire an Lautäußerungen. Sie erzeugen Pfeif- und Heultöne verschiedener Länge, entweder einzeln oder in Abfolgen. Auf Bugwellen reiten Indopazifische Buckeldelfine nur selten, aber sie klatschen mit der Fluke aufs Wasser, springen und machen manchmal sogar Salti. Es wurde auch beobachtet, wie sie auf einer Seite schwimmen und mit der freien Brustflosse in der Luft winken. Üblicherweise sind sie gemächlich unterwegs, aber gelegentlich schwimmen sie einander in hohem Tempo kreisförmig hinterher; Wissenschaftler deuten dies als Balzverhalten.

Verbreitung: 

Die aktuell als Indopazifischer Buckeldelfin bezeichnete Art ist von Südafrika bis ins Südchinesische Meer verbreitet, allerdings nimmt man an, dass es abgegrenzte Populationen gibt, etwa im Mündungsbereich des Perlflusses (China), im Persischen Golf und an der Ostküste Südafrikas. Da die Art küstennahe Lebensräume bevorzugt, ist sie von menschlichen Aktivitäten besonders stark betroffen. Der Tod als Beifang in der Fischerei ist eine ernste Gefahr. Viele Populationen sind gefährlich stark mit Schadstoffen belastet, was ihre Reproduktionsfähigkeit vermindern kann. Industrielle Aktivitäten und der wirtschaftliche Ausbau der Küstenregionen verschlechtern zusehends ihren Lebensraum und auch der zunehmende Schiffs- und Bootsverkehr ist eine gravierende Gefahr für diese Art. Die IUCN stuft den Indopazifischen Buckeldelfin aktuell (2008) in die Kategorie „Gefährdung droht” ein.

Verbreitungskarte: